Von Helmut Reich
Korruption und Verantwortung
International tätige Investoren werden häufig durch fehlende Rechtssicherheit und allgegenwärtige Korruption erheblich behindert. Wenn in manchen Ländern beinahe jeder administrative Vorgang ohne die Bestechung von Beamten verschleppt wird, dann kann dies enorme Auswirkungen auf die Profitabilität eines Unternehmens haben.
Zudem hat eine jüngste Studie von Control Risks zum Thema Bestechung und Korruption, welche in Kooperation mit der internationalen Rechtsanwaltskanzlei Simmons & Simmons und dem Verband für Sicherheit in der Wirtschaft NRW erstellt wurde, ergeben, dass 43 Prozent aller Befragten annehmen, innerhalb der letzten fünf Jahre einen Auftrag verloren zu haben, weil ein Wettbewerber Bestechungsgelder gezahlt hat.
Korruption und Bestechung stellen nicht nur in Entwicklungs- und Schwellenländern erhebliche Hürden für das erfolgreiche Wirtschaften dar. International tätige Unternehmen sehen sich sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene immer stärker regulatorischen Verpflichtungen ausgesetzt. Es ist eine anspruchsvolle Herausforderung für Unternehmen, bei komplexer Firmenstruktur, unzähligen Geschäftspartnern und weltweiten Transaktionen die Standards für Governance, Transparenz und Sicherheit sämtlich zu erfüllen.
2007 und danach
Auch wenn Unternehmen für das Jahr 2007 auf ein höheres Maß an weltweiter Sicherheit und Berechenbarkeit hoffen, wird das angesichts lokaler, regionaler und globaler Gefahren schwer zu erreichen sein. Trotzdem besteht die Notwendigkeit, Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu tätigen.
Falls die Unternehmen aus den entwickelten Ländern die Chancen nicht nutzen, werden das andere tun. Dies belegt das derzeitige Investitionsaufkommen von jährlich 60 Milliarden Dollar zwischen den aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien, Afrika und Lateinamerika. So wird prognostiziert, dass China die USA im Jahre 2040 als größte Volkswirtschaft der Welt ablösen wird. Indien könnte Japan im Jahre 2032 überholt haben.
Die Wachstumsraten dieser Länder, ihr großer Bedarf an Ressourcen und die Zunahme an politischem und wirtschaftlichem Gewicht verändern die Weltwirtschaft - und beeinflussen die Risiken weltweit. Delhi und Peking sind kaum noch Hilfsempfänger der internationalen Gemeinschaft, sondern zahlen nun selbst an bedürftige Staaten. "Die Schwellenländer avancieren zu Ordnern an den Pforten zur entwickelten Welt. Die Industriestaaten sollten darauf schon im Jahre 2007 eine Antwort geben", heißt es in der Risk Map.
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