Von Helmut Reich
Hamburg - Unternehmen, die im Ausland investieren oder ihre Mitarbeiter dorthin auf Geschäftsreisen schicken, können den Gefahren einer politischen Instabilität eines Landes oder einer Region schutzlos ausgeliefert sein. "Der Militärputsch in Thailand und die von Nordkorea ausgehende nukleare Bedrohung haben das abermals verdeutlicht", berichten die Experten des britischen Sicherheitsberaters Control Risks.
"Für international tätige Konzerne häufen sich jene Bedrohungen, die vor Grenzen keinen Halt machen", heißt es in der Risk Map 2007 - der Weltkarte der Gefahren. Control Risks liefert hier Sicherheitseinschätzungen für jedes einzelne Land und jede Region. Die Risk Map hilft Unternehmen, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um die Auswirkungen einer Naturkatastrophe, einer Pandemie, eines terroristischen Anschlags, eines politischen Umsturzes oder ökonomischer Unwägbarkeiten zu minimieren - "für die eigenen Mitarbeiter, die Reputation und das Unternehmensergebnis".
So sind es oft korrupte, unberechenbare Verwaltungen und Regierungen, die einen direkten Einfluss auf die Profitabilität besitzen. Obwohl es notwendig ist, global zu denken, bleibt es für Unternehmen unverzichtbar, lokal zu handeln, um Risiken vorzubeugen. Control Risks klassifiziert daher globale Risiken, bewertet die Bedrohungen für international tätige Konzerne und unterstützt Unternehmen, mögliche Gefährdungen vor Ort zu minimieren.
Auch 2007 wird Terrorismus - oder besser die Wahrnehmung terroristischer Gefahr - einen hohen Stellenwert bei Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft einnehmen. Dieser steht jedoch in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Bedrohung, bleiben doch terroristische Aktivitäten weitestgehend regional begrenzt.
Die meisten terroristischen Gruppen sind auf einen spezifischen Staat oder ein bestimmtes politisches Ziel fokussiert. Die hohe Zahl von Anschlägen weltweit resultiert aus dem anhaltenden Aufstand im Irak; Anschläge außerhalb des Irak rangieren hingegen auf einem Niveau vergleichbar dem der Jahre 2003 und 2004.
Während das hauptsächliche Ziel früherer Anschläge offizielle Repräsentanzen waren, geraten nun zunehmend zivile Einrichtungen - insbesondere Touristenzentren und Massentransportmittel - in den Fokus der Attentäter. Der Schaden für die lokale und regionale Wirtschaft darf dabei nicht unterschätzt werden. Aus diesem Grund bleibt die Tourismusindustrie ein symbolisches und verletzliches Ziel terroristischer Angriffe.
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