Minden - Der europäische Finanzinvestor Triton hat die Aktienmehrheit beim größten deutschen Fertighausanbieter Kampa
übernommen. Das Investmenthaus, das wie seine Konkurrenten in Deutschland als Heuschrecke gebrandmarkt wurde, hat 55,33 Prozent des Bestands des Mehrheitsaktionärs Wilfried Kampa übernommen. Den übrigen Aktionären des börsennotierten Unternehmens soll ein Übernahmeangebot für 7 Euro je Kampa-Aktie und eine Prämie von 17,4 Prozent auf den Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate unterbreitet werden, teilte Triton am Mittwoch mit.
Dies würde einen Aufschlag von 5,7 Prozent auf den Kurs vom Dienstag bedeuten. Das Unternehmen wäre damit mit einem Wert von 70 Millionen Euro bewertet worden. Die Kampa-Aktie reagierte mit einem Kurssprung auf die Offerte. Im Xetra-Handel lag sie am Mittag mit fast zwölf Prozent im Plus bei 7,40 Euro.
Der bisherige Mehrheitsaktionär, Wilfried Kampa, hat seine Anteile bereits verkauft. Am Dienstagabend sei eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet worden, teilte Triton mit. "Damit wird mein schon seit längerem geplanter Rückzug aus dem Unternehmen auf verantwortliche und für alle Seiten sinnvolle Weise vollzogen", sagte Kampa am Mittwoch. Der Verkauf muss noch kartellrechtlich genehmigt werden. Der Finanzinvestor Triton, der das Engagement bei Kampa über seine hundertprozentige Tochter Blitz F05- 417 abwickelt, ist in der deutschen Baubranche bereits beim Fensterbauer Weru engagiert.
Triton hatte eigenen Angaben zufolge bereits seit einiger Zeit auch mit dem Vorstand von Kampa in Kontakt gestanden. Ein Personalwechsel sei nicht geplant. Die bewährte Strategie des Unternehmens soll beibehalten werden. Trotz der schwierigen Marktlage auf dem Bau sieht Triton für Kampa gute Wachstumschancen. Das Geschäft von Kampa soll durch organisches Wachstum wie auch durch Zukäufe im In- und Ausland ausgebaut werden.
Kampa hatte im ersten Halbjahr 2006 Verluste in Höhe von 4,5 Millionen Euro eingefahren, dies aber auf den extrem kalten Winter 2005/2006 zurückgeführt. Der Auftragseingang lag deutlich über den Vorjahr. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen schwarze Zahlen und eine Umsatz, der über dem Vorjahreswert von 193 Millionen Euro liegt. Innerhalb der Baubranche ist der Marktanteil der Fertighäuser in den vergangenen Jahren leicht angestiegen.
manager-magazin.de mit Material von dpa
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