Stockholm - Der Münchener MAN-Konzern
bereitet nach Stockholmer Zeitungsangaben ein drittes und erhöhtes Übernahmeangebot für seinen schwedischen Konkurrenten Scania
vor.
Wie das Wirtschaftsblatt "Dagens Industri" unter Berufung auf "Kreise nahe an MAN" meldet, sei MAN zu einem Gebot von über 500 Kronen (54 Euro) je Aktie bereit. Das Unternehmen hatte zuletzt 475 Kronen je Aktie und insgesamt 10,4 Milliarden Euro geboten. MAN würde bei 500 Kronen das Gesamtangebot um 500 Millionen Euro aufstocken.
Scania-Chef Leif Östling sagte in der Zeitung "Dagens Nyheter", die Tage seines Unternehmens als selbstständiger Einheit seien gezählt. Man müsse nun "Ordnung in die finanzielle Seifenoper bekommen", in die die Beteiligten vor allem durch schlechtes Management von MAN-Chef Hakan Samuelsson geraten seien. Er erwarte eine partnerschaftliche Dreier-Lösung mit Volkswagen
als entscheidendem Faktor. "VW hat das sehr klare Ziel, bei dem Ganzen an der Spitze zu stehen", sagte Östling.
Als ausschlaggebend gilt in Stockholm, ob die schwedische Finanzgesellschaft Investor
als zweitgrößter Scania-Eigner nach VW ihren bisherigen Widerstand gegen einen Aktienverkauf an MAN aufgibt. Investor-Sprecher Fredrik Lindgren sagte dazu der Nachrichtenagentur dpa: "Für uns hat sich gar nichts geändert." VW macht seine Unterstützung für die Scania-Übernahme durch MAN davon abhängig, dass das Münchner Unternehmen die Investor-Anteile von 10,8 Prozent des Kapitals und 19,3 Prozent der Stimmrechte bei Scania übernehmen kann.
Der amerikanische VW-Großaktionär Tweedy Browne hat den Volkswagen-Vorstand unterdessen vor einem Abenteuer im Lkw-Geschäft gewarnt. "VW sollte sich darauf konzentrieren, seine Kernmarke zu sanieren, und nicht Milliarden für Nutzfahrzeuge ausgeben, sagte Tweedy-Browne-Partner Tom Shrager dem Wirtschaftsmagazin "Focus-Money".
Zwar sei es positiv, wenn die Wolfsburger aus ihren Beteiligungen an MAN und Scania sowie dem eigenen Lkw-Geschäft in Brasilien einen Nutzfahrzeugkonzern schmiedeten. Volkswagen solle aber nicht die Führung übernehmen. "Man finanziert keine Großfusion, wenn das eigene Haus nicht in Ordnung ist", mahnte Shrager.
manager-magazin.de mit Material von dpa
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