Von Andreas Nölting
mm.de: Und die Arbeitnehmer von BenQ Mobile, die nun der Arbeitslosigkeit entgegensehen?
mm.de: Bei aller Not und Enttäuschung der betroffenen Arbeitnehmer: Das immer heftigere Aufblasen von Abfindungsforderungen durch die Gewerkschaften bedeutet die Errichtung immer höherer Einstellungshürden. Gewerkschaften und Betriebsrat sollten sich vor allem mit der Frage beschäftigen, aus welchem Grunde Siemens und BenQ in Deutschland gescheitert sind, während damit im Ausland große Geschäfte gemacht werden. Das sind die wirklich unangenehmen Fragen für den Betriebsrat.
mm.de: Warum entschließt sich etwa Volkswagen für den Stellenabbau beträchtliche Abfindungen zu zahlen, während Siemens eine rechtlich sehr spitze Konstruktion wählt, um sich vor Abfindungen zu drücken?
Adams: VW ist von der IG Metall wesentlich beeinflusst und hat mit dem Land Niedersachsen einen merkwürdig nachsichtigen Großaktionär. Bei VW gibt es zudem massive interne Subventionen im Konzern. Die Audi-Arbeiter müssen mit ihren Leistungen das merkwürdige Leben in Wolfsburg abstützen.
Siemens dagegen will und kann sich unwirtschaftliche Geschäftsfelder auf Dauer nicht erlauben. Der Kapitalmarkt würde schließlich das ganze Unternehmen auf den Prüfstand stellen mit volkswirtschaftlich verheerenden Folgen. Die Millionenmitgift von Siemens war wirtschaftlich eine indirekte Abfindung mit der Hoffnung, dass BenQ das Mobiltelefongeschäft in Deutschland doch noch wirtschaftlich machen kann.
mm.de: Und - gab es keine andere Möglichkeiten?
Adams: Die andere Möglichkeit hätte darin bestanden, dass man dieses Geld sofort als Abfindung bezahlt hätte. Rückblickend wäre das vielleicht der bessere Weg gewesen. Den Versuch einer Weiterproduktion in Deutschland zu wagen, allerdings bei Risikobegrenzung im Hinblick auf weitere Abfindungen sehe ich nicht als verurteilenswert. Das sind eher die tieferen Ursachen des Scheiterns beider Konzerne.
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