Rüttgers: "Bodenlose Sauerei"
Der nordrhein-westfälische IG-Metall-Chef Detlef Wetzel sagte, es gebe Anzeichen, dass es beim Übergang auf BenQ Strukturen gegen habe, die Risiken ungerecht auf einzelne Konzerngesellschaften verteilten. Es könne sein, dass die deutschen Werke damit kaputtgemacht werden sollten "und die Patente in Taipeh im Panzerschrank liegen". "Gemessen daran, was Siemens und BenQ getan haben, ist die normale Heuschrecke ein harmloses Haustier", sagte der Gewerkschafter.
Ebenfalls mit einem Bild aus dem Tierreich machte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers seinem Ärger Luft: "Es ist eine bodenlose Sauerei, wie hier mit den Mitarbeitern umgegangen wurde", sagte er am Freitag bei einer Versammlung vor dem Werkstor von BenQ in Kamp-Lintfort. "Ich bin wütend und ich bin traurig über diese Situation", sagte er und traf offenbar den richtigen Ton. Immer wieder brandete Beifall unter den versammelten Beschäftigten auf.
Einen Tag nach der Hiobsbotschaft aus München ist der kam der CDU-Politiker, um den rund 1600 Beschäftigen des insolventen Handy-Herstellers in Kamp-Lintfort und Bocholt Mut zu machen. "Wir werden mit allen Beteiligten reden und gemeinsam alles versuchen, damit die Tore hier nicht dicht gemacht werden", verspricht er.
"Wenn wir die Kräfte bündeln, dann gibt es eine Chance, denn das Know-how der Belegschaft hier ist Weltspitze." Auch Siemens will der Landesvater dabei in die Pflicht nehmen. "Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz", verspricht der Ministerpräsident.
Allerdings ist Nordrhein-Westfalen hoch verschuldet, über finanzielle Zusagen sprach er in seiner Rede nicht. Wichtig sei es jetzt, dass Lieferanten und Kunden BenQ nicht fallen ließen, betont Rüttgers - und dass die Produktion aufrechterhalten werde.
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