Bentonville - Der Rückzug vom deutschen Markt kommt Wal-Mart teuer zu stehen: Der erfolgsverwöhnte US-Konzern muss einen Verlust von 863 Millionen Dollar (680 Millionen Euro) verbuchen und hat deshalb erstmals seit mehr als zehn Jahren einen Gewinnrückgang verzeichnet. Angesichts des scharfen Wettbewerbs und anderer Einkaufsgewohnheiten in Deutschland hatten die 85 deutschen Filialen des erfolgsverwöhnten US-Riesen seit dem Start vor acht Jahren kein einziges Mal schwarze Zahlen geschrieben.
Wal-Mart
Der Quartalsumsatz legte kräftig auf 85,4 (76,7) Milliarden Dollar zu. Der Halbjahresumsatz stieg ebenfalls deutlich auf 165,1 (147,5) Milliarden Dollar. Wal-Mart verdiente im Halbjahr wegen des schlechten zweiten Quartals nur noch 4,7 (5,3) Milliarden Dollar oder 1,13 (1,25) Dollar je Aktie. Deren Kurs fiel nach Bekanntgabe der Zahlen um zwei Prozent.
Zu neuen Ufern in Brasilien und Japan
Der US-Konzern hatte bei der Verkaufsankündigung den Vorsteuerverlust für den Deutschland-Rückzug auf rund eine Milliarde Dollar geschätzt. Das Unternehmen betonte, die Verluste von 863 Millionen Dollar für den Deutschland-Rückzug seien im zweiten Quartal verbucht worden. Käufer Metro
will mit dem Zukauf die in Deutschland schwächelnde Tochter Real stärken.
Sollten noch höhere Verluste anfallen, würden sie später berücksichtigt, so Wal-Mart. Der Verkauf des südkoreanischen Geschäfts, der zeitlich parallel passierte, werde hingegen einen Gewinn bringen. Vor dem Abschluss der Transaktionen seien noch kartellrechtliche Genehmigungen in beiden Ländern notwendig.
Konzernchef Lee Scott sagte, Wal-Mart werde sich auf Wachstumsbereiche konzentrieren. Der US-Riese expandierte durch die Erhöhung der Beteiligung an dem japanischen Einzelhändler Seiyu, durch den Kauf eines brasilianischen Unternehmens und die Übernahme der Mehrheitsbeteiligung am mittelamerikanischen Einzelhändler Carho im Ausland viel stärker als im heimischen Markt.
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