Von Olaf Ihlau
Besuchern aus Deutschland pflegt Indiens Premierminister Manmohan Singh gerne eine Geschichte zu erzählen. Sie handelt vom Respekt vor deutscher Wertarbeit. Bei der Rückkehr vom Studium in Oxford brachte der promovierte Finanzwissenschaftler seiner Großmutter als Geschenk eine Uhr mit nach Hause.
"Als ich sie ihr gab", geht die Geschichte weiter, "fragte sie, woher die Uhr stamme. Aus der Schweiz, teilte ich ihr mit. Meine Oma meinte, aber dann kann es nicht das Beste sein, denn die besten Dinge stammen nun mal aus Deutschland." Die deutschen Zuhörer, zuletzt Angela Merkel, lachen bei dieser Pointe herzlich, obwohl es bei kurzem Nachdenken darüber eigentlich wenig Anlass dazu gibt.
Der Großmutter Singhs, aufgewachsen im westlichen Punjab von Britisch-Indien, war Deutschland noch bestens in Erinnerung gewesen als technologische Supermacht ihrer Zeit. So hatte etwa mit Siemens ein deutsches Unternehmen 1867 die Telefonleitung eingerichtet zwischen Kalkutta und London, Bayer 1896 in Indien seine erste Produktionsstätte eröffnet.
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Doch Globalisierung und Internetrevolution haben die ökonomischen Kraftfelder auf diesem Erdball von Grund auf verschoben.
Der Kontinent Asien, zur Jahrhundertmitte die führende Weltregion mit 70 Prozent der Menschheit, ist das neue Gravitationszentrum, Indien auf dem Weg zu seiner technologischen Vormacht.
Bei der Hannover Messe 2006, jener Messe, die sich noch immer rühmt, der Welt größte Industriegüterschau zu sein, kamen aus dem Partnerland Indien mit 340 Firmen die meisten ausländischen Aussteller.
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