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manager magazin



19.07.2006
 

Auswanderer-Blog

1920, 1950, 2006

Von Arne Stuhr

7. Teil: Weitere Leser-Beiträge

Benutzername: expat

Beitrag: Vor 10 Jahren war ich noch Beamter im hoeheren Dienst in der deutschen Provinz. Mit anderen Worten: ich hatte ein Haus, eine Familie, einen sicheren Job, eine halbwegs sichere Pensionsaussicht, ein recht gutes Einkommen. Und dann bin ich ausgewandert in die USA. Gott sei Dank.

In Deutschland wurde man immer mehr erstickt. Was nuetzt einem das gesicherte Einkommen, wenn die persoenliche Freiheit immer mehr eingeschraenkt wird? Wenn der Staat, also eine selbsternannte Elite aus Politikern und weltfremden Akademikern immer mehr ins Privatleben der Menschen hineinregiert? Ein Staat, der mir vorschreibt, wann ich einkaufen gehen darf, wie gross mein Auto sein darf (nur winzig klein), auf welche Schule meine Kinder gehen duerfen (nur diese eine, linientreue, im Ort) und der auch sonst meint, am besten waere es, ich wuerde gar kein Geld mehr bekommen, sondern mir nur noch zuteilen lassen, was ich zu brauchen habe (gell, Herr Muentefering?), solch ein Staat erstickt irgendwann jegliches Leben.

In einem Staat, dessen Regierung, egal welcher Farbe, nur das Rezept Steuererhoehung kennt und der mir noch vorschreibt, welche Farbe mein Garagendach haben muss, in einem Staat in dem nur noch oekologisch und politisch korrekte Meinungen geduldet werden ist man am Ende genauso eingesperrt, wie frueher hinter Mauer und Selbstschussanlage. Meine Kinder sollen in Freiheit aufwachsen und selbst entscheiden, wie sie ihr Leben leben wollen. Deshalb sind wir weg, und wir werden auch nie wieder kommen.


Benutzername: Jens Toepfer, London

Beitrag: Ich lebe seit nunmehr sieben Jahren im Ausland und bezahle dennoch in die deutschen Sozialsysteme. D.h. ich leiste deutlich nach wie vor einiges für die Sozialgesellschaft; in meinen Augen eher für zu viele Schmarotzer in der sozialen Hängematte!

Macht mich das jetzt zum Patrioten? Klares Nein. Diese patriotische Diskussion an sich ist völlig absurd, genauso wie diverse Vorschläge nach Passgebühren für Auslandsdeutsche etc.

Anstatt "Typisch Deutsch" die Kreativität ausschließlich auf neue Steuern zu konzentrieren, wie waere es mit echten Reformen? Aus eigener Erfahrung in drei Ländern ist das deutsche System nicht nur vergleichbar äußerst kompliziert, sondern auch höchst ungerecht.

So genannte Besserverdiener bezahlen sowohl in den USA, Großbritannien als auch Österreich vergleichbar viel Steuern, werden aber nicht durch die Sozialversicherungen geschröpft. Daneben haben alle diese Staaten Anreize geschaffen, qualifizierte Kräfte ins Land zu holen.

Wo ist dieser Ansatz in Deutschland?

Anstatt über Passgebühren zu philosophieren und eine alberne Patriotismusdebatte zu führen, sind Reformen gefragt. Ich bin sehr stolz Deutscher zu sein.

Auf die deutsche Politik und all die nutz- und sinnlosen Verwaltungsgesetze bin ich es nicht. Wann fangen wir endlich an, die gesetzlichen Krankenkassen in eine große Organisation zusammenzufassen? Wann schaffen wir endlich die mafiösen Strukturen im Gesundheitswesen (kassenärztliche Vereinigung, Apotheken etc.) ab? Wann weisen wir eine überholte Gewerkschaft und öffentliche Verwaltung in Ihre Schranken?

Individuen sind frei, und wenn mich der Staat als Auslandsdeutscher als minderwertig ansieht, ok, andere Länder heißen uns herzlich willkommen, nach ein paar Jahren (deutlich weniger als in Deutschland) auch mit möglicher Einbürgerung.

Im Herzen bleiben wir Deutsche. Wenn uns der Staat aber nicht will, können wir das auf dem Papier auch schnell ändern.

Und dann Deutschland, dann sind wir immer noch nicht wieder zurückgekehrt?!


Benutzername: Klaus

Beitrag: Habe ihren Beitrag ueber die Fluüchtlinge aus Deutschland gelesen. Ich muss sagen die Art und Weise wie es in Deutschland abgeht......die sind es selber Schuld !!! Ich habe es sogar zwei mal gemacht und bin nun endlich in den USAhängen geblieben. In Deutschland habe ich fünf Berufsausbildungen gemacht im guten Glauben es wuerde mich vorran bringen.....wow war das eine Illusion. Angefangen hat alles mit einer Ausbildung zum Kunststoff Formgeber, danach Industrieelektriker, Elektronik, Automatisierungstechnik und SPS Programmierer. Alles mit Abschluss und guten Noten. Koennen Sie sich vorstellen, dass man mit all den Ausbildungen in Deutschland nichts werden kann.....ja sogar Jobs verweigert bekommt !!!!!! Letzte Rettung Eigenständigkeit....naja. Hat alles recht gut angefangen bis dann die letzten Jahre die Wirtschaft rückwärts ging. Ich wollte nicht zusehen, wie ich alles verliere und krampfhaft an meiner Firma festhalten waerend die deutsche Regierung weiter das Geld mit vollen Armen verteilt und die Zeichen der Zeit nicht sieht. Also habe ich die Türen hinter mir geschlossen und habe mir eine neue Bleibe gesucht. Airbus kann keine Leute finden???? Haha....erst die Leute vergraulen und dann jammern. Wow ich koennt ein Buch schreiben das sich gewaschen hat. Aber was solls. Mir geht es gut jetzt und ich kann nur jedem anderen empfehlen nicht darauf zu warten was die Regierung macht. Denkt an euch selbst zu erst.


Benutzername: meister

Beitrag: Verständnis haben kann man für die Auswanderung auf jeden Fall.

Vor zehn Jahren bin ich nach Frankreich gegangen, weil zu diesem Zeitpunkt in Deutschland kein adäquates Arbeitsangebot zu bekommen war. Also habe ich die Möglichkeiten, die die Europäische Union bietet, genutzt und wurde in Frankreich fündig.

Ob das unpatriotisch ist, wage ich zu bezweifeln, denn wo war die "patriotische" Pflicht der Arbeitgeber zu diesem Zeitpunkt Berufsanfängern eine Einstiegschance im eigenen Land zu bieten?

Um dieser Erscheinung entgegenzuwirken wäre es ratsam, die Ursachen zu erforschen und zu versuchen, dem entgegenzusteuern. Offenbar gibt es scheinbar im Ausland besser Bedingungen (nicht nur professioneller Art) als im eigenen Land.


Benutzername: Thomas Knebel

Beitrag: Ich selbst bin vor mehr als etwa 3 Jahre nach Schweden ausgewandert. Zwar nicht als Wirtschaftsflüchtling, sondern ich bin dem Rufe meines Herzens gefolgt. Es ist einfach eine großartige Erfahrung ein neues Land, eine neue Sprache und eine andere Kultur lernen zu dürfen. Ich vermisse meine Familie aber nicht Deutschland. Selbstverständlich freue ich mich sehr über jeden Sieg der Deutschen Nationalmannschaft und lese viel über Deutschland allgemein. Man bekommt in vielen Dingen eine deutliche klarere Einstellung.

Es ist schön zu sehen, dass es Menschen gibt vor Selbstverantwortung nicht zurückschrecken. Sein Leben in die eigene Hand nehmen, davon sollte es viel mehr Menschen geben auch unter denen die in Deutschland bleiben. Eigentlich kann ich nicht verstehen, warum man sich die Frage stellt ob man Verständnis haben sollte für "Wirtschaftsflüchtlinge".

Konzerne verlegen Ihre Produktion nach China, nicht um günstigere Preise anbieten zu können, sondern um die Gewinne zu maximieren. Davon bleibt nicht viel in Deutschland. Der Bundesbürger macht es mit "Geiz ist geil" nur den Großen nach. Wieso der Jammer also. Manager setzten Firmen in den Sand ohne irgendwelche Rücksicht auf private patriotische Schicksale.

Politiker erhöhen sich Diäten nach ihren Willen und hat Vorzüge wovon man als Bürger nur träumen kann. Der Bundesbürger macht einen auf "Sozialabzocker" (was ich auch nicht für gut halte) wo sich Löcher auftun genau wie er es von den Politikern gezeigt bekommt (oder ist Herr Struck ein Engel?).

Kaum ist die große Koalition am Werk hagelt es nur Kritik von denen die es besser Wissen (und vielleicht auch wirklich tun) aber selbst keine Verantwortung übernehmen wollen.

Wie schon gesagt, es ist sehr schön zu sehen, dass es Menschen gibt, die Ihr Leben selbst in die Hand nehmen und von der "Verarsche" von Managern und Politikern die Nase voll haben. Das Problem ist, dass Manager und Politiker die Menschen nicht Respektieren.

Liebes Manager-Magazin, Sie haben die falsche Frage gestellt.

Die Frage müsste lauten: "Wo sind die Vorbilder in der Wirtschaft und der Politik für die es sich lohnt zu kämpfen und Patriot zu sein?"


Die veröffentlichten Beiträge wurden nicht redigiert. manager-magazin.de behält sich aber vor, Zuschriften zu kürzen.

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