Russland vor Aufnahme in WTO
Weitere Themen des Gesprächs waren die Raketentests in Nordkorea, die Lage im Sudan und im Kongo sowie der G-8-Gipfel in St. Petersburg, zu dem Bush am Freitag weiterreisen wird. Am Nachmittag hieß es, Russland und die USA hätten bei ihren Gesprächen eine weitere Hürde auf dem Weg zu Russlands Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) genommen.
Der russische Finanzminister Alexej Kudrin sprach gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters von einem Verhandlungsdurchbruch im Bereich Finanzdienstleistungen. Die Gespräche über andere Themen gingen jedoch weiter. "Die Landwirtschaft ist weiterhin ein ungelöstes Problem. In der Frage des geistigen Eigentums haben wir uns beinahe geeinigt". Er hoffe, der russische Präsident Wladimir Putin und US-Präsident George W. Bush würden noch vor dem G-8-Treffen in St. Petersburg ein Protokoll zum WTO-Beitritt Russlands unterzeichnen, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax Kudrin.
Putin erstmals Gastgeber bei G-8-Gipfel
Die USA hatten von Russland gefordert, sofort gegen den Missbrauch geistigen Eigentums vorzugehen. Zur Diskussion steht außerdem der Zugang zu Russlands Markt für landwirtschaftliche Güter. Kudrin zufolge haben die USA Abstand von ihrer Forderung genommen, dass ausländische Banken in Russland Filialen eröffnen dürfen, anstatt wie bislang nur Tochterfirmen. Damit hätte Russland weiterhin größere Kontrollbefugnisse.
Ein Sprecher der US-Handelsbeauftragten Susan Schwab räumte ebenfalls weiter bestehende Probleme ein. "Es wird erst eine Einigung geben, wenn diese Angelegenheiten auf zufrieden stellende Weise behandelt wurden", schrieb der Sprecher in einer Email der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Einigung auf ein bilaterales Handelsabkommen gilt als letzte Hürde auf dem Weg der Energiegroßmacht Russland in die 149 Mitglieder zählende WTO. Das Land ist die größte Wirtschaftsmacht außerhalb der WTO. Putin ist am Wochenende erstmals Gastgeber des Jahrestreffens der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G-8).
manager-magazin.de mit Material von ap, reuters
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