Von Kai Lange
"Eine Frage des Risikomanagements"
Das wieder steigende Zinsniveau kommt den Pensionsverwaltern gelegen. Nachdem die extrem niedrigen Zinsen im Vorjahr für einen deutlichen Anstieg der Pensionsverpflichtungen gesorgt hatten, tritt nun der umgekehrte Effekt ein: Der Rechnungszins dürfte nach aktuellem Stand im laufenden Jahr - so Jasper - auf 4,6 Prozent steigen und damit höher ausfallen als zunächst geschätzt.
"Die Pensionsverpflichtungen dürften in diesem Fall um 5 bis 8 Prozent sinken - für die Unternehmen eine spürbare Entlastung." Der Deckungsgrad, mit der die künftigen Pensionszahlungen durch Kapital abgesichert sind, dürfte in diesem Jahr über den Vorjahreswert von 56 Prozent im Dax steigen.
Personalabbau muss Pensionssystem nicht kippen
Gleichzeitig setzen jedoch viele Konzerne wie Allianz, Volkswagen und DaimlerChrysler ihren Personalabbau fort. Besonders ältere Mitarbeiter werden mit hohen Abfindungssummen in den vorzeitigen Ruhestand gelockt. Kurzfristig müssen dann weniger Mitarbeiter dafür sorgen, dass die Betriebsrenten für eine steigende Zahl von Pensionären ausgezahlt werden können.
Was das staatliche Rentensystem ins Wanken bringt, muss für das Rentensystem der Unternehmen jedoch keine ernsthafte Gefahr sein, meint Jasper. "Die Pensionszusagen der Unternehmen sind bilanziell ausfinanziert, sie basieren nicht auf einem reinen Umlagesystem wie die staatliche Rente."
Im Idealfall hätten vorausschauende Unternehmen die Pensionszahlungen an die Mitarbeiter, die sie in den Vorruhestand schicken, bereits ausfinanziert. Ein Unternehmenslenker, der auf beitragsorientierte Pensionssysteme setze, die Pensionsverpflichtungen frühzeitig mit Kapital absichere und dafür sorge, dass die Anlagestrategie auf die Schwankungen der Märkte und die Höhe der Pensionsverpflichtungen abgestimmt sei, handle verantwortungsbewusst.
Eine höhere Transparenz und eine engere Abstimmung zwischen Finanz- und Personalbereich im Unternehmen verstärken diesen Trend. An einem "konsequenten Risiko- und Finanzmanagement" gehe beim Thema Pensionszusagen "kein Weg vorbei."
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