Düsseldorf/München – Eon habe sich an einer Ausschreibung der rumänischen Regierung beteiligt, sagte der Vorstandschef der Tochter Eon Energie, Johannes Teyssen. Das Atomkraftwerk solle mit moderner westlicher Technik im südost-rumänischen Cernavoda errichtet werden.
Eon könne das Atomkraftwerk alleine errichten und betreiben, sei dabei aber auch für Partnerschaften offen, sagte Vorstandsmitglied Walter Hohlefelder. Es gebe aber auch in den Niederlanden Überlegungen, wieder in die Kernkraft einzusteigen. Im Zentrum der Planungen für neue Atomkraftwerke stehe aber Großbritannien, wo die Regierung den Bau solcher Anlagen unterstütze.
Der in Deutschland vereinbarte Atomausstieg hat auf den Bau in Rumänien laut Hohlefelder keinen Einfluss. Die Vereinbarung zum Atomausstieg beschränke sich nur auf das Inland. In zahlreichen anderen Staaten solle die Atomenergie eine wesentliche Säule der Stromerzeugung bleiben. "Als internationales Unternehmen können wir uns von dieser Entwicklung nicht abkoppeln", sagte der Eon-Manager.
Weitere konventionelle Kraftwerke in Deutschland
In Deutschland wird unterdessen über den Bau weiterer konventioneller Kraftwerke verhandelt. Der Konzern hat bereits den Bau eines Kohlekraftwerks mit einer Leistung von mehr als 1.000 Megawatt (MW) im nordrhein-westfälischen Datteln und zweier Gaskraftwerke mit einer zusätzlichen Leistung von über 1.300 MW in Irsching bei Ingolstadt beschlossen.
Hinzu kommt ein 800-MW-Gaskraftwerk im norditalienischen Livorno Ferraris. Für diese vier konventionellen Projekte liefen schon die externen Genehmigungsverfahren, sagte Teyssen. Viele Bestellungen seien bereits ausgelöst. Der Vorstandsvorsitzende verwies darauf, dass Eon Energie neben den Kraftwerken auch vier weitere Müllverbrennungsanlagen plane. Insgesamt acht dieser Anlagen seien bereits seit 2005 in Betrieb gegangen oder befänden sich schon im Bau.
rtr / vwd
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