23.06.2006
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Private Equity

Der Job danach

Von Kai Lange

4. Teil: Warum viele Wechsel scheitern

Warum viele Wechsel scheitern

Das Netzwerk eines gut verdrahteten Topmanagers sei für Beteiligungsgesellschaften zwar vorteilhaft, aber nicht das wichtigste Kriterium, meint Vanselow. Unternehmen führten nur noch selten exklusive Verhandlungen mit Investoren - die meisten Transaktionen werden auktioniert, da ein Bieterwettstreit den Kaufpreis in die Höhe treibt. "Die Möglichkeiten eines Insiders, im Bereich Deal Flow Generation neue Beteiligungen an Land zu ziehen, sind damit begrenzt."

Ron Sommer: Der glücklose Telekom-Chef nahm nach seinem Abschied von der Deutschen Telekom verschiedene Berater- und Beiratsmandate wahr, unter anderem für die US-Investmentgesellschaft Blackstone Ernst-Moritz Lipp: Der ehemalige Generalsekretär des Sachverständigenrates schied im Unfrieden aus dem Vorstand der Dresdner Bank aus. Seit 2000 ist Lipp Partner der von Jens Odewald gegründeten Beteiligungsgesellschaft Odewald & Cie. Stephan Kessel: Der ehemalige Vorstandschef des Automobilzulieferers Continental ist seit Juli 2002 Berater für Europa bei der Investorengruppe Investcorp Jürgen Heraeus: Der Miteigentümer und Aufsichtsratschef bei der Hanauer Technologiegruppe Heraeus Holding steht der Investorengruppe CVC als Beirat zur Verfügung

Wechselfälle: Zweite Karriere Private Equity
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Ein Wechsel in die Private-Equity-Branche ist selbst für gut betuchte Konzernmanager finanziell attraktiv. Einem "Partner" oder "Senior Partner" eines Private-Equity-Teams winken Erfolgsbeteiligungen, der so genannte "Carried Interest", in Millionenhöhe. Entsprechend hoch sind die Anforderungen. "Private Equity zählt zu den lukrativsten Branchen überhaupt, doch die Aufgaben sind extrem komplex", weiß Vanselow. Der Wechsel in die Beteiligungsbranche sei nicht geeignet, um eine erfolgreiche Managementkarriere gemütlich ausklingen zu lassen.

Im Gegenteil. Selbst erfahrene Manager haben bei einem Wechsel eine "steile Lernkurve" zu bewältigen. "Ein Industrievorstand, der als Senior Partner einer PE-Gesellschaft tätig wird, muss in kurzer Zeit und mit hohem persönlichen Einsatz Wissenslücken schließen", sagt Vanselow. Ein Unternehmenschef sei nicht automatisch für die Arbeit in einem kleinen Private-Equity-Team geeignet. "Ein CEO kann Detailarbeit delegieren. Mit Finanzierung, steuerlicher Strukturierung oder Teilanalyse hat er meist wenig zu tun. In einem kleinen Private-Equity-Team wird aber erwartet, dass sich jeder selbst um Details kümmert", sagt Vanselow.

"Steile Lernkurve"

Jeder, der eine Transaktion an führender Stelle mitbetreue, müsse sich tief einarbeiten und könne sich nicht auf persönliche Spezialitäten beschränken. "Das ist ein sehr sportliches Unterfangen", weiß der Experte von Egon Zehnder. "Aus diesem Grund sind schon mehrere Wechsel von der Industrie zu Private Equity gescheitert."

Die Chance, dass der Seitenwechsel direkt von der Industrie in ein Private-Equity-Team klappt, sei eher gering. Viele Beteiligungsgesellschaften haben ihr Anforderungsprofil daher präzisiert: Wenn erfahrene Mitarbeiter auf Partnerebene für das eigene Team gesucht werden, dann vor allem Professionals, die bereits umfangreiche Erfahrungen im Bereich Private Equity gesammelt haben.

"Viele Private-Equity-Gesellschaften zögern mit der Entscheidung, jemanden aus der Industrie in ihre Teams hineinzunehmen", sagt Vanselow. Stattdessen erfreut sich ein Beiratsmodell immer größerer Beliebtheit: "Manager mit industrieller Expertise werden als freiberufliche Berater über ein Beiratsmandat eingebunden. Auf diese Weise sichert man sich Know-how, ohne das eigene Team personell zu verändern."

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