Von Helmut Reich
Zubringerproblem verursacht Folgekosten
Bleibt das Zubringerproblem. Denn um eine Insellösung zu vermeiden, müssten sowohl die Deutsche Bahn mit der Elektrifizierung der Strecke von Lübeck bis Puttgarden sowie der Bund mit dem Ausbau der Autobahn A1 tätig werden. Auch die bereits lange bestehende Fehmarnsundbrücke müsste wohl erneuert werden, damit die bisher einspurige Verbindung vom schleswig-holsteinischen Festland zur Insel Fehmarn nicht zu einem Nadelöhr wird.
Austermann verweist darauf, dass die Hinterlandanbindungen per Straße und Schiene bereits im Bundesverkehrswegeplan enthalten sind. "Hier dreht es sich zum einen um den Straßenausbau, also den Ausbau der B 207 zwischen Heiligenhafen und Puttgarden zur Autobahn A 1. Zum anderen geht es um die Ausbaumaßnahmen auf der Schienenstrecke zwischen Hamburg und der Öresund-Region und damit auch um die Strecke von Lübeck bis Puttgarden. Diese Strecke wird im Falle einer Grundsatzentscheidung für die Belt-Querung ebenfalls zu elektrifizieren sein. Nur Letzteres verursacht zusätzliche Kosten", sagt Austermann.
Die Maßnahmen sollten über die jeweiligen nationalen Bahnhaushalte finanziert werden. "Bisher sind hierfür in Deutschland 1,2 Milliarden Euro veranschlagt worden. In dem geltenden Bundesverkehrswegeplan ist eine zusätzliche Querung des Fehmarnsunds noch nicht vorgesehen. In Abhängigkeit von der Verkehrsentwicklung wird zu einem späteren Zeitpunkt geprüft, ob der Ausbau der Fehmarnsundbrücke erforderlich ist", sagt Austermann.
Bis dahin wird es zumindest auf deutscher Seite noch viele Diskussionen geben. Verabredet sei ein Zeitplan bis zur endgültigen Entscheidung über Bau und Finanzierung im Dezember 2006, teilte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) kürzlich mit. Vielleicht fangen die Dänen einfach schon mal mit dem Bau der Brücke an.
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