Von Lutz Knappmann
Mobilcom als Übernahmekandidat
Doch Branchenexperten argwöhnen, das Mobilcom-Management könnte allmählich auch unter verschärften Druck seines größten Anteilseigners Texas Pacific Group (TPG) geraten, der seinen 28-Prozent-Anteil im vergangenen Jahr von der France Telecom übernommen hatte: "Wenn Spoerr öffentlich über ein mögliches Scheitern der Fusion spricht, hat er darüber im Vorfeld sicher auch mit seinen Hauptaktionären gesprochen", vermutet Per-Ola Hellgren, Telekomanalyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz.
Welches Interesse die TPG mit ihrem Engagement bei Mobilcom verfolgt, ist seit ihrem Einstieg umstritten. Viele Beschäftigte fürchten, die Amerikaner hätten es auf eine millionenschwere Sonderausschüttung abgesehen, die notfalls auch durch Kredite finanziert werden könnte. TPG indes hat solche Pläne bislang immer bestritten. Eine anhaltende Lähmung der Unternehmen dürfte dem Finanzinvestor aber kaum ins Konzept passen.
Analysten halten daher ein anderes Szenario für vorstellbar: "Sollte die Verschmelzung scheitern, wird die bestehende Konstruktion kaum Bestand haben", sagte ein Telekomexperte gegenüber manager-magazin.de. "Beide Häuser dürften dann wieder getrennte Wege gehen."
Für Mobilcom-Aktionärin TPG nicht die schlechteste Perspektive: "Wenn Mobilcom seinen Anteil an Freenet dann wieder veräußert, könnte das rund 700 bis 800 Millionen Euro einbringen", so der Analyst. Die könne das Unternehmen dann ganz im Sinne des Großaktionärs ausschütten – oder durch den hohen Cash-Bestand selbst zum lukrativen Übernahmeziel werden. "Viele flüssige Mittel, eine begrenzte Wachstumsfantasie und ein hoher Cashflow: Das sind typische Merkmale für Übernahmekandidaten", sagt LRP-Experte Hellgren.
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