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13.02.2006
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Unternehmensteuern

Diskriminier' mich, Baby!

Von Justus Fischer-Zernin

Laut Koalitionsprogramm steckt die Unternehmensteuerreform 2008 voller Wunder. So soll die legendäre Benachteiligung von Personengesellschaften fallen. Unionspolitikern fiel aber auf, dass es ihren "Diskriminierungsopfern" viel schlechter gehen wird, falls die Gleichbehandlung wirklich kommt.

Das Steuerreformkonzept der "Stiftung Marktwirtschaft" liegt seit Ende Januar vor und wird derzeit von den Finanzexperten der Koalition untersucht. Es ist ein prima Konzept, keine Frage; es zählt zu den zwei Konzepten, die unsere Regierung bei der anstehenden Unternehmensteuerreform prüfen will.

Unter den aktuell 13 umfassenden Entwürfen, die Professoren, Verbände, Parteien und die anderen üblichen Verdächtigen vorgelegt haben, nimmt es sicher auch einen der vorderen Plätze ein.

"Fünf Weise": Das Konzept des Sachverständigenrates (im Bild die Mitglieder Wolfgang Wiegard, Peter Bofinger, Beatrice Weder di Mauro, Wolfgang Franz und Bert Rürup) steht noch aus
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DPA

"Fünf Weise": Das Konzept des Sachverständigenrates (im Bild die Mitglieder Wolfgang Wiegard, Peter Bofinger, Beatrice Weder di Mauro, Wolfgang Franz und Bert Rürup) steht noch aus

Der Haken dabei ist allerdings, dass es eines der Hauptanliegen der steuerpolitischen Diskussion beherzigt: die steuerliche Gleichbehandlung verschiedener Unternehmensformen. Bei erster Durchsicht wurde unseren Jungs in Berlin aber klar, was das bedeuten würde: Steuerliche Nachteile vor allem für kleinere Unternehmen, und deshalb finden die Finanzexperten das zunehmend doof.

Kaum eine Steuerdiskussion der vergangenen Jahre lief ohne die Parole "Einzelunternehmen und Personengesellschaften - die Kleinen und der tolle Mittelstand, so um und bei 90 Prozent aller deutschen Unternehmen - werden gegenüber Kapitalgesellschaften steuerlich diskriminiert!". Alle nickten betrübt und ergriffen, aber wie das Meiste in öffentlichen Steuerdebatten hatte diese These allenfalls minimale Schnittmengen mit der Realität.

Ein paar Bierchen mit dem Steuerberater von gegenüber hätten Klarheit gebracht. Vielleicht hätte man auch mal mit ein paar Unternehmern sprechen können, nun ja ... Jedenfalls steht die Beseitigung dieses schreienden Unrechts jetzt im Koalitionsvertrag, als zentrales Ziel der großen, großen Unternehmensteuerreform 2008 und deshalb muss es langsam losgehen mit den Eckpunkten und so.

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