Aus Babajewo berichtet Wolfgang Kaden
Babajewo - Sie haben es nicht leicht derzeit, unsere Männer vom Gas. Gerichte urteilen über ihr Preisgebaren, Verbraucher verweigern ihnen die Zahlung der Rechnungen, die Medien stempeln sie ab als rüde Abzocker.
Schön, wenn man da dem widrigen Umfeld für ein paar Stunden entfliehen und ganz unter sich sein kann. Fernab der Heimat, in einem Ort mit dem schönen Namen Babajewo nördlich von Moskau, galt es, einen würdigen Anlass gemeinsam zu feiern: den Baubeginn für die Landverbindung jener Pipeline, die russisches Erdgas von 2010 an unter der Ostsee hindurch von Russland nach Deutschland befördern soll.
Und alle waren sie an diesem Freitagmittag gekommen: Jürgen Hambrecht, Vorstandschef von BASF
, der mit seiner Tochtergesellschaft Wintershall gut im Gasgeschäft mitmischt, genauso wie Eon-Vorsteher Wulf Bernotat, zu dessen Konzern Deutschlands größter Gasverteiler, die Ruhrgas, gehört. Dazu Burckhard Bergmann von Eon-Ruhrgas und Reinier Zwitserloot von Wintershall. Michael Glos, der neue Wirtschaftsminister ließ sich das Ereignis genauso wenig entgehen wie Michail Fradkow, der Premierminster der Russischen Föderation. Geladen hatte Alexej Miller, der Allmächtige des russischen Gasriesen Gazprom
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3000 Kilometer Energie: Stationen eines Milliardenprojekts Bitte klicken Sie auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen. |
Die "Nordeuropäische Gaspipeline", wie sie offiziell heißt, wird die dritte Pipeline sein, die das gasreiche westsibirische Becken mit Mitteleuropa und vor allem Deutschland verbindet.
Der erste, in den 60er Jahren gebaute Rohrleitungsstrang, geht im Süden durch die Ukraine und Tschechien, der zweite weiter nördlich durch Weißrussland und Polen.
1200 Kilometer wird die neue Leitung durch die Ostsee geführt, vom russischen Wyborg bis Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Zunächst wird nur ein Rohrleitungsstrang versenkt; später dann, nach 2010, soll eine zweite Röhre folgen. Beide Leitungen können mehr als die Hälfte des deutschen Jahresbedarfs transportieren. Über vier Milliarden Euro wird das aufwändige Projekt kosten. Dazu kommt für die Deutschen noch einmal rund eine Milliarde für die Anschlussleitung ab Greifswald.
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