Von Helmut Reich
Das liebste Kind der Schifffahrtsbranche
Tatsächlich können sich Reeder und Schiffsfinanzierer weiterhin die Taschen füllen - die Politik gibt sich bedeckt, denn das Streichen der Tonnagesteuer wäre für den Schifffahrtsstandort Deutschland fatal. Die Verlagerung von Unternehmen der Seeschifffahrt in das benachbarte europäische Ausland - elf weitere europäische Staaten wenden bereits die Tonnagesteuer an - ist denkbar. "Schiffe sind frei beweglich und auch der Sitz einer Gesellschaft ist schnell verlegt", weiß Loipfinger.
Reeder-Chef Nöll pflichtet ihm bei: "Ein hoher Bestellbestand kann innerhalb einer Woche an einen anderen Standort disponiert werden, wenn sich die steuerlichen Grundbedingungen wesentlich ändern würden", droht Nöll für den Fall einer Streichung der Tonnagesteuer.
Doch damit ist zunächst einmal nicht zu rechnen. Vielmehr könnte diese Steuer der neuen Regierung als Paradebeispiel dienen, wie mit einer eher ungewöhnlichen Maßnahme eine ganze Branche in einen Boomzustand gebracht und damit Arbeitsplätze geschaffen werden. Daher gilt als sicher: Solange der weltweite Boom in der Transportschifffahrt anhält, wird die Tonnagesteuer das liebste Kind der Schifffahrtsbranche bleiben. Und an der Elbchaussee wird es weiterhin nur fröhliche Gesichter geben.
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