Kolumnenmanager magazin RSS  - Kolumnen


22.11.2005
Twitter GooglePlus Facebook

Kolumne "Und wer zahlt?"

Wenn ich einmal reich bin

Von Justus Fischer-Zernin

Der zweite Teil der Serie zur Steuerpolitik unserer neuen Regierung behandelt die Reichensteuer. Da funkeln für den Fiskus viele Sterntaler am Firmament, aber beim Funkeln wird es meist bleiben. Denn - Steuergestaltungsmöglichkeiten, um sich davor zu drücken, werden gleich mitgeliefert – nach dem Motto: "poor overnight".

Freudensprung: Was Reichensteuer heißt muss nicht so wirken
AP

Freudensprung: Was Reichensteuer heißt muss nicht so wirken

Nachdem unter Rot-Grün der Einkommensteuerspitzensatz von 53 Prozent 1998 Schritt für Schritt auf 42 Prozent in 2005 abgesenkt worden war, fanden wir im SPD-Programm zur letzten Bundestagswahl plötzlich die Reichensteuer, mit der er für Vielverdiener wieder auf 45 Prozent angehoben werden sollte. Die Union forderte eine weitere Absenkung auf 39 Prozent.

Aber dann kam das Gerangel unserer Koalitionäre um die eigene Macht und das Geld der anderen, und jetzt kriegen wir sie ab 2007: die Reichensteuer! Für Singles 3 Prozent Zuschlag auf die Einkommensteuer bei steuerpflichtigem Einkommen von mehr als 250.000 Euro pro Jahr, bei Ehepaaren kommen die 3 Prozent on top, wenn mehr als 500.000 Euro versteuert werden müssen.

Erstmals eine echte Stufe für Vielverdiener

Neu im deutschen Steuerrecht ist der zackige 3-Prozent-Hüpfer. Ansonsten ist es ja so, dass mit stetig steigendem Steuertarif bei niedrigen und mittleren Einkommen kaum jemand sagen kann, wie viel der Fiskus vom nächsten verdienten Euro abbekommt.

Ab 52.152 Euro pro Jahr, waren es dann immer 42 Prozent, mit Soli 44 Komma-quietsch. Dass wir nun plötzlich bei Vielverdienern erstmals eine echte Stufe bekommen werden, ist als sportliche Herausforderung zur Vermeidung dieser Hürde gedacht. Wir sollten sie annehmen, zumal die Hilfsmittel dazu im Koalitionsvertrag gleich mitgeliefert werden - und hat nicht der neue Finanzminister die Parole ausgegeben, dass die Nörgelei am Koalitionsvertrag ein Ende haben soll? Na also!

In der Presse hieß es zunächst, dass es bei der Reichensteuer Vergünstigungen für Familiengesellschaften geben solle. Don Corleone hätte sicher zufrieden genickt. Andere Reiche mögen sich gerade mit Blick auf das bevorstehende Weihnachtsfest etwas bang die Frage stellen, was mit "Familiengesellschaft" gemeint ist?

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Geldanlage
Hände weg von Griechenland-Anleihen
Euro-Krise
Der Gummibandeffekt
Euro-Krise
Schuldenbremse statt Wirtschaftswachstum
Inkubatoren 2.0
Die Rundum-Sorglos-Brutkästen

© manager magazin online 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken