Dienstag, 7. Februar 2012, 06:36 Uhr

manager magazin



15.11.2005
 

Toyota

Attacke auf BMW, Mercedes & Co.

Von Helmut Becker

Von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt vollzieht sich auf dem japanischen Automobilmarkt im Premiumsegment ein geradezu schicksalhafter Umbruch: Toyota betritt mit seiner Edelmarke Lexus erstmals mit Nachdruck den Heimatmarkt.

München - Zum Auftakt der Tokio Motor Show vor wenigen Wochen vermeldete der Verband der Automobilindustrie (VDA) voller Zuversicht: "Deutsche Automobilindustrie in Japan gut positioniert". Mehr noch: Die deutsche Automobilindustrie verstärke sogar noch ihre Präsenz in Japan.

Lexus-Studie: Auf der Tokio Motor Show gab Toyota mit dem LF-Sh einen Ausblick auf die nächste Generation der Premiummarke
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REUTERS

Lexus-Studie: Auf der Tokio Motor Show gab Toyota mit dem LF-Sh einen Ausblick auf die nächste Generation der Premiummarke

In der Tat, wichtige Unternehmenskennziffern scheinen dies ohne Einschränkung zu belegen. So konnten die deutschen Hersteller ihre Automobilexporte nach Japan im bisherigen Jahresverlauf um 27 Prozent auf 75.000 Fahrzeuge steigern, einschließlich der im Ausland gefertigten Automobile mit deutschem Label sogar auf knapp 140.000. Auf die Premium Marken BMW Chart zeigen, DaimlerChrysler Chart zeigen entfielen dabei jeweils 40.000, auf Audi 13.000 Automobile; Volkswagen Chart zeigen war mit 40.000 am Export beteiligt - übrigens keine Phaetons!

Damit erreichten sämtliche deutsche Marken in Japan der Stückzahl nach einen Marktanteil von rund 3,5 Prozent. Wertmäßig war der Anteil mit 7 Prozent sogar doppelt so hoch, Ausdruck dessen, dass der durchschnittliche Exportwert eines deutschen Pkw nach Japan mit über 28.000 Euro doppelt so hoch ist wie der Durchschnittswert eines von Japan nach Deutschland importierten Pkw. Mit der Folge dass der Ausfuhrwert der deutschen Automobilindustrie nach Japan im bisherigen Jahresverlauf um 13 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zulegte, während der Importwert aus Japan um 3,4 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zurückging.

Damit konnte die deutsche Automobilindustrie trotz des starken Euro einen positiven Automobil-Handelsbilanzüberschuss von 100 Millionen Euro erwirtschaften. Was VDA-Präsident Bernd Gottschalk zu der freudigen Bemerkung veranlasste: "Wir setzen auf unsere neuen attraktiven Produkte und sind zuversichtlich, unsere Position in Japan weiter zu verbessern".

Schön wär's! Zu wünschen wäre es ja der deutschen Automobilindustrie, allein schon aus gesamtwirtschaftlichen Wachstums- und Beschäftigungsgründen, nachdem in den vergangenen Monaten die Branche eher durch Negativschlagzeilen, wie Korruption und Massenentlassungen von sich reden gemacht hat.

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