Markenartikel um ein Viertel teurer
Nach Erkenntnissen der Marktforscher von TradeDimensions verzeichnete Aldi in Deutschland 2004 Umsatzrückgänge. Mit einem geschätzten Gesamtumsatz von 22 Milliarden Euro ist Aldi die viertgrößte Handelsgruppe Deutschlands.
"Aldi Süd ist der innovationsfreudigere", sagt die Handelsexpertin Claudia Horbert vom EHI-EuroHandelsinstitut in Köln. In der Schweiz rechne sich Aldi Süd wahrscheinlich Chancen aus, das Preisgefüge zu unterbieten, wobei das unter anderem wegen der Zölle nicht so einfach sei.
Nach einer Studie des Markforschungsunternehmens ACNielsen zu den Lebensmittelpreisen in Europa besteht ein Gefälle von der Schweiz zu Deutschland. Markenartikel sind demnach in der Schweiz im Schnitt um ein Viertel teurer als in Deutschland. Laut einer weiteren Studie steigen die Zahl und der Umfang der Auslandseinkäufe der Schweizer.
Diese Erfahrung hat offensichtlich auch Aldi Süd gemacht. In den grenznahen Filialen im süddeutschen Raum sei über Jahre hinweg ein großes Interesse der Schweizer Konsumenten beobachtet worden, berichtet das Unternehmen auf der Internet-Seite seiner Schweizer Tochter.
Jede dritte Neueröffnung ein Discounter
Die Akzeptanz für das Angebot sei hoch. Aldi Süd schätzt demnach das Risiko, das mit einem Markteintritt verbunden ist, zumindest im grenznahen Bereich als gering ein. Außerdem kann Aldi für sich reklamieren, im Wettlauf mit Lidl die Nase vorn zu haben.
Nach einer Analyse der Fachzeitschrift "Lebensmittel Praxis" sind Discounter im Lebensmittelhandel Europas auf dem Vormarsch. Gut die Hälfte aller Neueröffnungen gehe auf das Konto der Discounter. Das seien täglich mehr als drei neue Filialen. Unter den zehn größten Discountern Europas befinden sich sechs deutsche Unternehmen.
Dazu gehören die Tengelmann-Tochter Plus und die Rewe-Tochter Penny. Rewe zog sich vor wenigen Wochen jedoch aus dem Schweizer Einzelhandel mit dem Verkauf der Discountkette Pick Pay zurück. Für das gleiche Geld, das für eine neue Filiale in der Schweiz nötig sei, könnten zwei oder sogar drei neue Märkte in Osteuropa gebaut werden.
Volker Danisch, dpa
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