Von Sören Jensen
Hamburg - Fondsinitiator Josef Esch habe die Kosten der neuen Kölner Messehallen, der "Nordhallen", "grotesk aufgebläht". Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die am Freitag (21. Oktober) erscheint.
Vom Gesamtaufwand in Höhe von 330 Millionen Euro vereinnahmen Sal. Oppenheim und Esch laut manager magazin mindestens gut 90 Millionen Euro. Für die Projektentwicklung etwa kassieren sie 56 Millionen Euro - nach Ansicht von Branchenexperten ein abenteuerlich überhöhtes Honorar. Die Eigenkapitalbeschaffung bei den gut zwei Dutzend Anlegern wird mit 19,8 Millionen Euro berechnet.
"Aberwitzig" erscheine es, so das manager magazin, dass die Partner für die Mieterbeschaffung eine Provision von sieben Millionen Euro in Rechnung stellen, obwohl doch von vornherein festgestanden habe, dass nur die KölnMesse als Nutzerin in Frage kam.
Josef Esch rechtfertigte diese Vermittlungsgebühr gegenüber manager magazin als "Gegenleistung für Nachweis und Abschluss der abgeschlossenen Mietverträge". Es komme nicht darauf an, zu welchem Zeitpunkt diese Bemühungen stattgefunden hätten.
Den Schaden hat laut manager magazin möglicherweise gleich zweifach die öffentliche Hand. Es liege nahe, dass die städtische KölnMesse für die künftigen Nordhallen, die im Dezember 2005 übergeben werden sollen, zu viel Miete bezahle.
Ferner sei zu fragen, ob die Fondszeichner überhöhte Werbungskosten von ihrer persönlichen Steuerschuld abgesetzt hätten. Zu den Anlegern gehören KarstadtQuelle-Großaktionärin Madeleine Schickedanz, Schuhhändler Heinz-Horst Deichmann sowie Angehörige der Eigentümerfamilien des Bankhauses.
Dubios erscheint auch die Verflechtung der Sparkasse KölnBonn in die verschiedenen Immobiliendeals im Zusammenhang mit der Messe. manager magazin liegen Unterlagen vor, wonach ein Fonds, der den künftigen Sitz des Fernsehsenders RTL in den alten Rheinhallen der Messe baut, von der Sparkasse oder einer ihrer Töchter eine Schadensersatzleistung in Höhe von 24,1 Millionen Euro erhält. Von manager magazin nach dem Grund für diese Leistung befragt, dementieren Sal. Oppenheim, Esch und die Sparkasse allerdings unisono, dass es eine solche Zahlung der Sparkasse überhaupt gebe.
© manager magazin Online 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH