Von Christian Buchholz und Karsten Stumm
Die Sonne lugt langsam hinter dem Gerichtsgebäude in Karlsruhe hervor, schon suchen sich die ersten Reporter einen günstigen Platz für ihre Arbeit. Kamerateams bauen ihre Geräte auf, Kabel werden verlegt. Zwei Polizisten bewachen die Gebäudezugänge an der Herrenstraße.
Verhandelt wird heute im Bibliotheksgebäude des Bundesgerichtshofs, ein von zwei Seiten verglaster Komplex; er wird sonst für Vorträge genutzt. Wegen des großen Interesses an dem Mannesmann-Revisionsfall wird er heute zum Gerichtssaal umfunktioniert. Stellwände schützen Anwälte und Richter vor Blicken von draußen.
08:30 Uhr: Die ersten Prozessbeteiligten betreten das Gebäude. Unter ihnen auch Klaus Volk, einer der prominenten Verteidiger des Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann. Volk hatte während des ersten Mannesmann-Prozess oftmals Fernsehinterviews gegeben - und dabei stets die Sicht der Verteidigung in seine Prozessstatements einfließen lassen. Bisher ist keiner der Angeklagten persönlich erschienen.
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08:40 Uhr: TV-Moderatoren von n-tv und N24 starten mit ihrer Berichterstattung, einige weitere Anwälte haben mittlerweile im Gerichtssaal Platz genommen.
08:55 Uhr: Als erster Angeklagter betritt Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser den Gerichtssaal. Er wird begleitet von seinen Verteidigern Sven Thomas aus Düsseldorf und Jürgen Welp aus Münster. Ein dritter Verteidiger ist auf dem Aushang vor dem Saal vermerkt, erscheint aber nicht: Franz Salditt aus Neuwied arbeitet neben seiner Tätigkeit als Fachanwalt für Steuer- und Strafrecht auch als Mitherausgeber der Schriftenreihe Juristische Zeitgeschichte.
09:05 Uhr: Ebenfalls im Verhandlungsraum angekommen ist Dietmar Droste, der in der ehemaligen Mannesmann-Vorstandsetage unter anderem für die Auszahlung der Vorstandsbezüge zuständig war. Droste wird von seinem Düsseldorfer Verteidigern Frank Linzenich begleitet. Sein zweiter Anwalt Jörg Anbuhl, ebenfalls aus Düsseldorf, ist während des Prozesses nicht anwesend.
09:15 Uhr: Der Vorsitzende Richter Klaus Tolksdorf betritt den Gerichtssaal, Blitzlichter leuchten auf. Tolksdorf schaut nicht in die Kameraobjektive. Er wurde zuletzt als Vorsitzender Richter des 3. Strafsenats am Bundesgerichtshof bekannt, der den Freispruch für Abdelghani Mzoudie bestätigte. Ihm hatte die Bundesanwaltschaft vorgeworfen, die Anschläge am 11. September 2001 in den USA mit vorbereitet zu haben.
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