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21.09.2005
 

S&P-Rating

Deutschlands Finanzkraft schwindet

Es muss rasch durchgreifende Reformen in Deutschland geben, oder die Bonität des Landes gerät ins Wanken. Die Ratingagentur Standard & Poors (S&P) weist in ihrer aktuellen Länderanalyse darauf hin, dass das Programm der kommenden Regierung entscheidend dafür sein wird, ob Deutschland seine Triple-A-Note behält.

London - Die Ratingagentur Standard & Poors (S&P) hat die große Bedeutung des künftigen wirtschaftspolitischen Programms einer neuen Bundesregierung betont. Zwar habe das Wahlergebnis keine unmittelbaren Folgen für die Bonitätsnoten Deutschlands, erklärte S&P in London. "Das Programm der neuen Regierung wird jedoch wesentlich sein", teilte das Unternehmen mit.

Ruhe vor dem Sturm: Finstere Aussichten für Deutschlands Wirtschaft, wenn nicht schnell Reformen gestartet werden
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DDP

Ruhe vor dem Sturm: Finstere Aussichten für Deutschlands Wirtschaft, wenn nicht schnell Reformen gestartet werden

S&P verwies darauf, dass die politische Konstellation ein Hemmnis für eine auf Konsolidierung ausgerichtete Finanzpolitik sein könnte. Auch die weiter notwendigen Wirtschaftsreformen könnten erschwert werden, hieß es.

Gegenwärtig genießt Deutschland für langfristige Schulden das bestmögliche "AAA"-Rating und gilt damit als vertrauenswürdiger Schuldner. Für kurzfristige Verbindlichkeiten lautet die Bonitätsnote "A-1+". Die Ratingaussichten gibt S&P mit "stabil" an.

Die Ratingagentur verwies darauf, dass Deutschland zuletzt, gemessen an Wachstums- und finanzpolitischen Kennziffern, hinter andere "AAA"-Schuldner zurückgefallen sei. Das Verhältnis der gesamten öffentlichen Verschuldung zum Bruttoinlandsprodukt sei in diesem Jahr mit 67,6 Prozent das höchste in der Gruppe der "AAA"-Schuldner.

Für Henkel das Schrillen einer Alarmglocke

Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft und frühere BDI-Chef Hans-Olaf Henkel hat vor dramatischen Konsequenzen gewarnt, sollte S&P Deutschlands Kreditwürdigkeit herabstufen.

"Die Warnung von S&P sollte die Alarmglocken in allen Parteizentralen schrillen lassen", sagte Henkel der "Rheinischen Post". "Wird diese Drohung wahr, würde das zu einer dramatischen Anhebung der Zinszahlungen der öffentlichen Hand führen."

Noch profitiere Deutschland von einem niedrigen Zinsniveau, sagte Henkel weiter. "Aber wenn eine Rating-Agentur Deutschland jetzt herabstuft, bekämen wir ein Haushaltsproblem in den Ländern und Kommunen, das kaum noch beherrschbar wäre."

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