Donnerstag, 9. Februar 2012, 02:49 Uhr

manager magazin



22.09.2005
 

Authentos

Total verspekuliert

Von Ursula Schwarzer

Die privatisierte Bundesdruckerei ist ein Debakel für ihre Mutter Authentos. Seit dem Unternehmenskauf herrscht chronische Geldnot, nur der Langmut der Gläubiger verhinderte Schlimmeres. Doch die bekommen nun selbst ein Problem. So ist ungewiss, ob die Helaba ihren 500-Millionen-Kredit jemals zurückbekommt.

Hamburg - Die Muttergesellschaft der Bundesdruckerei - das Berliner Unternehmen Authentos - stand bereits mehrfach vor der Insolvenz. Die Gesellschaft, die Geldscheine und Ausweisdokumente druckt, weist seit Jahren einen hohen Fehlbetrag aus, der nicht durch Eigenkapital gedeckt ist. Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die am Freitag (23. September) erscheint.

Authentos: Die Privatisierung der Bundesdruckerei hat sich zum Debakel entwickelt
Zur Großansicht
Arne Dedert / DPA

Authentos: Die Privatisierung der Bundesdruckerei hat sich zum Debakel entwickelt

Die finanzielle Schieflage geht aus den Authentos-Bilanzen hervor, die manager magazin exklusiv vorliegen. 2004 betrug der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag von Authentos 1,074 Milliarden Euro. Die Schulden summierten sich auf 1,172 Milliarden Euro. Nur weil die wichtigsten Gläubiger ihre Forderungen zum Teil oder ganz nachrangig gestellt haben, konnte das Unternehmen bislang vor der Insolvenz bewahrt werden.

Die Ursache für die brenzlige Situation geht zurück auf die Privatisierung der Bundesdruckerei im Jahr 2000. Damals zahlten die Käufer einen weit überhöhten Kaufpreis von mehr als einer Milliarde Euro an die Staatskasse. Fast der gesamte Betrag wurde Authentos als Verbindlichkeiten aufgebürdet.

Verkaufserlös ungewiss

Besonders unangenehm ist die Situation für den wichtigsten Authentos-Gläubiger, die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Das Frankfurter Institut hat Authentos Kredite von rund 500 Millionen Euro gewährt. Bislang ist ungeklärt, ob die Helaba ihre Forderungen wieder hereinholen kann.

Die Authentos-Untergesellschaften (mit einem Umsatzanteil von rund 75 Prozent ist die Bundesdruckerei die größte Tochter) sollen frühestens 2007 verkauft werden. Die Eigentümer von Authentos hoffen, durch den Verkauf einen Erlös zu erzielen, der zumindest die Helaba-Kredite abdeckt. Branchenkenner gehen indes davon aus, dass der Verkauf nur 200 bis 250 Millionen Euro einbringen wird.

Diesen Artikel...

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© manager magazin Online 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service manager magazin mobilmm mobil Twitter-FeedsTwitter-Feeds
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z SPIEGEL-Gruppe - Nachdruckrechte und LizenzenNachdrucke WährungsrechnerWährungsrechner
Ihr persönliches DepotDepot Newsletter-Abo: managerupdateNewsletter-Abo Werbung buchenWerbung buchen
E-MailE-Mail RSSRSS-Newsfeed Info: Wir über unsWir über uns
KurseKurse Der Shop von manager magazin und Harvard Business ManagerShop manager-magazin.de als Startseite einrichtenmm.de als Startseite
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Nach oben