Hamburg - Michael Diekmann will den Münchener Allianz-Konzern
gehörig umkrempeln. Der Vorstandschef plant, das größte deutsche Versicherungsunternehmen zu Beginn des kommenden Jahres von einer deutschen Aktiengesellschaft in eine Europäische Gesellschaft (Societas Europaea, SE) umzuwandeln. Die Allianz kann damit künftig europaweit als rechtliche Einheit handeln.
"Durch die neue Aufstellung können wir die Komplexität der gesamten Gruppe reduzieren", ließ Diekmann am Sonntagabend mitteilen. Nach seinen Angaben werde der Versicherungsriese das erste Unternehmen dieser neuen europäischen Rechtsform sein, dessen Anteilsscheine im Aktienindex EuroStoxx 50 gelistet seien. Der Sitz der neuen Allianz SE soll München bleiben, hieß es weiter.
Beibehalten will der Konzern auch die Gesellschaftsstruktur deutscher Prägung. Es werde auch künftig eine Zweiteilung in Vorstand und Aufsichtsrat geben. "Vorstand und Aufsichtsrat der Allianz AG sind sich ferner darin einig, dass sich am Prinzip der paritätischen Mitbestimmung nichts ändern, die Größe des Aufsichtsrats aber verkleinert werden soll", teilte die Allianz mit.
Statt 20 Mitglieder soll das Kontrollgremium künftig nur noch zwölf Aufsichtsräten Platz bieten, schlägt der Vorstand vor. Dabei sollen Arbeitnehmervertreter aus verschiedenen europäischen Ländern im dem Gremium vertreten sein.
Darüber hinaus hat der Vorstand der Allianz beschlossen, die bisherige italienischen Tochterfirma Riunione Adriatica di Sicurta (RAS) komplett zu übernehmen und anschließend mit der deutschen Muttergesellschaft zu verschmelzen. Kostenpunkt: 5,7 Milliarden Euro.
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