Von Helmut Becker
Wettbewerb und Konfrontation mit der etablierten Automobilindustrie wurde so bewusst vermieden. Stattdessen perfektionierte und revolutionierte man klammheimlich das amerikanische Produktionssystem von Ford (Fließband) und Sloan (Outsourcing), in dem man über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg die Produktion Just-in-Time durch den Bedarf des jeweiligen Letztverbrauchers "ziehen" ließ, statt sie durch volle Zwischenlager zu "drücken".
Erst 1970 glaubte man sich für den Export gerüstet und betrat den amerikanischen Markt mit kleinen und verbrauchsarmen Fahrzeugen. Die erste Ölkrise sorgte dafür, dass das Wagnis ein voller Erfolg wurde. Als dieser so nachhaltig wurde, dass amerikanische Automobilarbeiter in Angst um ihren Arbeitsplatz unter kalifornischer Sonne mit Vorschlaghämmern ans importierte Blech gingen, begann man die Vorzüge einer "Produktion vor Ort" zu schätzen. Und baute seither systematisch, folgend einem langfristig angelegten, ausschließlich auf unternehmenseigenen Kräften und Fähigkeiten beruhenden Markterschließungsplan, rund um den Globus eine Fabrik nach der anderen.
Die 70er und 80er Jahre waren ausschließlich auf die Erschließung des nordamerikanischen Marktes fokussiert. Für Europa hielt man sich noch zu schwach. In der Modellpalette wanderte man systematisch nach oben und in die Breite, bis man Mitte der 80er Jahre in den USA mit dem Lexus den Eintritt in das Luxussegment der Premiummarken wagte. Mit 250.000 verkauften Fahrzeugen jährlich war der Lexus 20 Jahre später das meistverkauft Luxusauto in den USA. Der gesamte US-Absatz belief sich inzwischen auf 2,5 Millionen Automobile, und dies ohne jedwede Beteiligung an der anhaltenden Rabattschlacht der US-Hersteller.
Ob mit Erfolg, wird sich zeigen. Nichts ist unmöglich, TOYOTA!
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