Mittwoch, 8. Februar 2012, 16:50 Uhr

manager magazin



IAAmanager magazin RSS  - Auto - IAA

Alle Artikel und Hintergründe

09.09.2005
 

Glosse

Krieg als Vater aller Dinge

Von Helmut Becker

2. Teil: Im Maschinenraum und auf Oberdeck

Nach Kriegsende hätte man beinahe den Betrieb ganz einstellen müssen, denn das Unternehmen war mit Schulden in Höhe der Hälfte seiner Bilanzsumme finanziell fast am Ende und war gezwungen, 30 Prozent der Belegschaft zu entlassen.

Neuer RAV4: Toyota erfand vor elf Jahren das Segment der kompakten Allradler
Zur Großansicht

Neuer RAV4: Toyota erfand vor elf Jahren das Segment der kompakten Allradler

Dazu musste man einen heftigen Arbeitskampf mit radikalen Gewerkschaften durchstehen, der "paritätisch" nach Landessitte beendet wurde: Externe Gewerkschaften blieben fortan vom Unternehmen ausgeschlossen, die verbliebenen Mitarbeiter erhielten eine lebenslange Arbeitsplatzgarantie und die Zusage gesicherter Einkommen. Ihre sonstigen Interessen ließen sie von innerbetrieblichen Gewerkschaften vertreten, die der Personalabteilung angeschlossen waren. Im Gegenzug traten Präsident und Vorstandsvorsitzender des Unternehmens zurück und machten Platz für neue Männer mit neuen Ideen.

Seither herrscht Frieden. Management und Belegschaft bilden eine monolithische Einheit, die hoch motiviert und mit hoher Arbeitsmoral ausgestattet die gleichen Wertmaßstäbe und Ziele teilen, und wie eine Pseudo-Großfamilie an einem Strang ziehen. Die Arbeitsethik ist auf allen Ebenen hoch, "im Maschinenraum" wie "auf dem Oberdeck".

Dass seit Heraklit "der Krieg der Vater aller Dinge" ist, hat sich auch hier bewahrheitet: Gerettet wurde das Unternehmen letztlich durch den Ausbruch des Korea-Krieges, der einen Großauftrag zur Produktion leichter Militär-Lkw für das Unternehmen brachte (was sicherlich den Vorteil hatte, dass Qualitätsmängel und Produktunzulänglichkeiten von Feindeinwirkungen schwer zu trennen waren). Anschließend setzte man die Produktion nahtlos mit kleinen gewerblichen Fahrzeugen und von kleinen Pkw ausschließlich für den japanischen Markt fort.

In realistischer Einschätzung der eigenen noch bescheidenen Fähigkeiten im Automobilbau und einer erst zu entwickelnden Zulieferindustrie standen die 50er und 60er Jahre im Zeichen eines langsamen Vortastens in größere Fahrzeugkategorien und der Entwicklung von robusten Off-Road-Fahrzeugen für die Dritte Welt, die von der Ersten Welt nicht gebraucht und daher auch nicht angeboten wurden. Für höhere Ansprüche hatte man dort ja den Jeep.

Diesen Artikel...

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© manager magazin Online 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service manager magazin mobilmm mobil Twitter-FeedsTwitter-Feeds
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z SPIEGEL-Gruppe - Nachdruckrechte und LizenzenNachdrucke WährungsrechnerWährungsrechner
Ihr persönliches DepotDepot Newsletter-Abo: managerupdateNewsletter-Abo Werbung buchenWerbung buchen
E-MailE-Mail RSSRSS-Newsfeed Info: Wir über unsWir über uns
KurseKurse Der Shop von manager magazin und Harvard Business ManagerShop manager-magazin.de als Startseite einrichtenmm.de als Startseite
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Nach oben