Wolfsburg - Lohnhoch in Wolfsburg: Einen Aufschlag von 20 Prozent auf den Branchentarif zahlt Volkswagen
den meisten Mitarbeitern am Stammwerk, aber auch in Braunschweig, Emden, Salzgitter und Kassel. Erst die im Jahr 2005 neu abgeschlossenen Verträge sind vom VW-Bonus weitgehend befreit. Doch bei Umsatz und Gewinn tritt der Konzern auf der Stelle. Ganz anders die Volkswagen-Tochter Audi
. Deren Löhne sind um ein Fünftel niedriger als bei VW, Umsatz und Gewinn steigen aber stetig.
Verkehrte Welt? "Die Prämie im VW-Haustarif ist ein Kernproblem", sagt Albrecht Denninghoff, Autoanalyst bei der HypoVereinsbank
Auch Helmut Becker, ehemals Chefvolkswirt bei BMW und heute Chef des IWK-Büros für Wirtschaftsanalyse in München, hält die Lohnpolitik für nicht unbedenklich. Unter Verweis auf den scharfen Kostenwettbewerb (Toyota
, Hyundai und andere) sagte Becker gegenüber manager-magazin.de zum Haustarif: "Ich würde als verantwortungsbewusster Volkswagen-Betriebsrat nicht stur auf der Einhaltung bestehen. Denn jede Modifikation heute lindert den Schmerz morgen."
IG Metall: VW-Beschäftigte bis 2011 geschützt
Dass der Schmerz am Standort Wolfsburg nun besonders heftig brennt, liegt aus Beckers Sicht gerade an den überdurchschnittlich hohen Lohnkosten. "Für Investitionen fehlte in Wolfsburg über Jahre schlicht das Geld, es wurde in die Löhne investiert", kritisiert Becker. Neue Arbeitszeitmodelle in Wolfsburg hätten das Problem nicht gelöst, sondern "lediglich kaschiert". Die neueren, moderneren VW-Werke seien dagegen ungleich ökonomischer zu betreiben.
Die Gewerkschaft IG Metall bekräftigte am Nachmittag allerdings, angesichts der aktuellen Situation zeige sich der Wert des im vergangenen Herbst abgeschlossenen Tarifvertrages, der betriebsbedingte Kündigungen ausschließe.
"Die Beschäftigten bei VW sind bis 2011 vor Entlassungen geschützt", unterstrich ein IG-Metall-Sprecher am Dienstag in Hannover. Zu möglichen Nachbesserungen im Vertrag, die nicht auf den Kündigungsschutz abzielen, äußerte sich die Gewerkschaft nicht.
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