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manager magazin



06.09.2005
 

Volkswagen

"Verhartzte Struktur"

Von Christian Buchholz

14.000 Stellen weniger bis 2008 - das soll Volkswagens internes Ziel sein. Besonders betroffen ist dabei das Werk Wolfsburg. "Es ist am wenigsten produktiv, weil dort die Struktur verhartzt ist", sagt Autoexperte Helmut Becker. In der Branche wird nun beobachtet, ob die Betriebsräte zu Verhandlungen über den Haustarif bereit sind.

Wolfsburg - Lohnhoch in Wolfsburg: Einen Aufschlag von 20 Prozent auf den Branchentarif zahlt Volkswagen Chart zeigen den meisten Mitarbeitern am Stammwerk, aber auch in Braunschweig, Emden, Salzgitter und Kassel. Erst die im Jahr 2005 neu abgeschlossenen Verträge sind vom VW-Bonus weitgehend befreit. Doch bei Umsatz und Gewinn tritt der Konzern auf der Stelle. Ganz anders die Volkswagen-Tochter Audi Chart zeigen. Deren Löhne sind um ein Fünftel niedriger als bei VW, Umsatz und Gewinn steigen aber stetig.

Unter Sparzwang: Selbst verschuldete Kostenprobleme im Wolfsburger VW-Stammwerk?
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DPA

Unter Sparzwang: Selbst verschuldete Kostenprobleme im Wolfsburger VW-Stammwerk?

Verkehrte Welt? "Die Prämie im VW-Haustarif ist ein Kernproblem", sagt Albrecht Denninghoff, Autoanalyst bei der HypoVereinsbank Chart zeigen. Er rechnet in seinem heute erschienenen "Company Flash" vor, dass die Belastung durch die erhöhten VW-Gehälter 1,3 Prozent des Konzerumsatzes ausmacht - 1,1 Milliarden Euro pro Jahr.

Auch Helmut Becker, ehemals Chefvolkswirt bei BMW und heute Chef des IWK-Büros für Wirtschaftsanalyse in München, hält die Lohnpolitik für nicht unbedenklich. Unter Verweis auf den scharfen Kostenwettbewerb (Toyota Chart zeigen, Hyundai und andere) sagte Becker gegenüber manager-magazin.de zum Haustarif: "Ich würde als verantwortungsbewusster Volkswagen-Betriebsrat nicht stur auf der Einhaltung bestehen. Denn jede Modifikation heute lindert den Schmerz morgen."

IG Metall: VW-Beschäftigte bis 2011 geschützt

Dass der Schmerz am Standort Wolfsburg nun besonders heftig brennt, liegt aus Beckers Sicht gerade an den überdurchschnittlich hohen Lohnkosten. "Für Investitionen fehlte in Wolfsburg über Jahre schlicht das Geld, es wurde in die Löhne investiert", kritisiert Becker. Neue Arbeitszeitmodelle in Wolfsburg hätten das Problem nicht gelöst, sondern "lediglich kaschiert". Die neueren, moderneren VW-Werke seien dagegen ungleich ökonomischer zu betreiben.

Die Gewerkschaft IG Metall bekräftigte am Nachmittag allerdings, angesichts der aktuellen Situation zeige sich der Wert des im vergangenen Herbst abgeschlossenen Tarifvertrages, der betriebsbedingte Kündigungen ausschließe.

"Die Beschäftigten bei VW sind bis 2011 vor Entlassungen geschützt", unterstrich ein IG-Metall-Sprecher am Dienstag in Hannover. Zu möglichen Nachbesserungen im Vertrag, die nicht auf den Kündigungsschutz abzielen, äußerte sich die Gewerkschaft nicht.

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