Hamburg/Berlin - Die Kassenvorstände müssen ihre Einkommen seit der Gesundheitsreform jeweils zum 1. März offen legen. Die "Bild am Sonntag" berichtet heute unter Berufung auf die Gehaltsliste 2004 über die Erhöung der Vorstandsbezüge. Bei der Innungskrankenkasse (IKK) Brandenburg und Berlin verdiente Vorstandschef Enrico Kreutz laut dem Blatt 113.353 Euro und somit 18,5 Prozent mehr als 2003. IKK-Sprecherin Gisela Köhler begründete dies mit einem Leistungsbonus für erreichte Ziele im Jahr 2004.
Bei der BKK Mobil Oil winken den Vorständen bis zu 26 Prozent Bonuszahlung zu ihrem Jahresgehalt 2004. Für Vorstandschef Jan Bollhorn, 61, weist die Gehaltsliste bis zu 194.267 Euro aus. Das wären 36.267 Euro mehr als 2003 - ein Plus von 23 Prozent.
Die Chefs des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK), Wolfgang Schmeinck und Klaus-Dieter Voß, hätten je 16.667 Euro im Jahr mehr bekommen, schreibt das Blatt. Das Jahresgehalt von Vorstandschef Schmeinck sei auf 215 000 Euro - plus 8,5 Prozent - gestiegen. Voß habe 175.000 Euro verdient, das sei ein Plus von 10,5 Prozent. BKK-Sprecher Florian Lanz sagte, die Gehaltserhöhungen stammten aus dem Jahr 2003, im vergangenen Jahr sei das Salär nicht angehoben worden.
Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Bundestages, Klaus Kirschner (SPD), sagte dem Blatt zu den Zahlen: "Die Kassenvorstände sollten dringend darauf achten, dass ihre Gehälter im Rahmen bleiben." Sonst müssten die Aufsicht führenden Ministerien einschreiten.
Unions-Fraktionsvize Wolfgang Zöller (CSU) kritisierte, diese Gehaltserhöhungen der Kassenvorstände seien zum jetzigen Zeitpunkt ein "völlig falsches Signal". Was sollten die Patienten davon halten, "wenn für Beitragssenkungen kein Geld da ist, aber die Kassenvorstände sich die Gehälter erhöhen"?
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) forderte die Krankenkassen heute abermals eindringlich zu Beitragssenkungen aufgefordert. «Das ist auch ein Beitrag zu Konjunkturbelebung und zu mehr Beschäftigung", sagte Schmidt in Berlin. Die Gesundheitsreform habe die geschätzten Einsparungen von neun bis zehn Milliarden Euro erbracht. An die Kassenvorstände gerichtet, die sich Gehälter teilweise stark erhöhten, sagte Schmidt: "Managergehältern müssen Managerleistungen folgen und entsprechen."
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