Die Abneigung der Araber gegen Zugabteile
Dass das Emirat Katar die Chancen einer Transrapid-Strecke am Persischen Golf ausloten will, lenkt den Blick auf eine Region mit großem Wachstumspotenzial. Denn seit die legendäre Hedschas-Bahn (Damaskus-Medina) im Ersten Weltkrieg von Aufständischen zerstört wurde, gibt es auf der Arabischen Halbinsel kaum noch nennenswerten Schienenverkehr. Wer in den zum überwiegenden Teil von Wüste bedeckten arabischen Ölmonarchien eine längere Strecke zurücklegen will, tut dies mit dem Privatauto oder per Flugzeug.
Wer in Saudi-Arabien und den anderen islamisch-konservativen Staaten der Region in den Personenverkehr investiert, muss allerdings immer auch die kulturellen Besonderheiten im Auge haben. So ist es für einige Golfaraber undenkbar, dass sich zwei Familien, die einander nicht kennen, ein Zugabteil teilen. Als sich Katar und die Emirate kürzlich über den Bau einer Brücke verständigten, durch die sich die Fahrtzeit von Abu Dhabi nach Doha von zwölf auf vier Stunden verkürzen soll, freuten sich viele Frauen. Denn die Strecke, die beide Städte bislang verbindet, führt durch Saudi-Arabien, wo Frauen nicht Autofahren dürfen.
Bislang fährt der Transrapid nur in China auf einer 30 Kilometer langen Strecke vom internationalen Flughafen Pudong in die Hafenmetropole Schanghai. Dort wird eine Verlängerung um etwa 160 Kilometer in die Nachbarmetropole Hangzhou geplant. Chinas Regierung hat allerdings noch kein grünes Licht für das Projekt gegeben.
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