28.01.2005
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Investition im "Schurkenstaat"

Fiats Iran-Abenteuer düpiert GM

Von Christian Buchholz

Schon im Sommer soll der erste Fiat aus iranischer Produktion vom Band rollen. Während Konzerne wie BP und ThyssenKrupp kürzlich Verbindungen in die islamische Republik auf Druck der USA kappten, will der Turiner Konzern dort kräftig investieren. Großaktionär bei Fiat ist der US-Konzern General Motors.

Rom - Der Turiner Fiat-Konzern Chart zeigen baut demnächst im Joint Venture mit der Pars Industrial Development Foundation (PIDF) Automobile im Iran. Dabei investiert die PIDF nach eigenen Angaben 200 Millionen Dollar.

  Fiat-Auto-Chef Demel:  Heikles Engagement in einem Land, das die USA als "Schurkenstaat" bezeichnen
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DPA

Fiat-Auto-Chef Demel: Heikles Engagement in einem Land, das die USA als "Schurkenstaat" bezeichnen

Bereits in der zweiten Jahreshälfte sollen in der islamischen Republik 100.000 Fiat-Modelle wie Multipla und Doblò, Palio als Schrägheck- und Kombi-Variante, Siena und Strada als Pickup gebaut werden. Zudem kündigt das italienisch-iranische Joint Venture auch den Bau von Autos an, die mit Benzin und Gas betankt werden können (Bifuel). Die volle Kapazitätsauslastung ist laut einer Unternehmensmeldung erst bei einer Viertelmillion Autos pro Jahr erreicht.

Mit diesem Plan wählt das italienische Unternehmen eine gänzlich andere Strategie als beispielsweise ThyssenKrupp Chart zeigen. Der deutsche Stahlkocher, der seine Handelsbeziehungen zu den USA nicht über Gebühr belasten will, hatte vergangene Woche das iranische Aufsichtsratsmitglied Mohamad-Mehdi Navab-Motlagh nach mehr als 20 Jahren nicht erneut zur Wiederwahl aufgestellt.

ThyssenKrupp löst Iran-Kontakt "gezwungenermaßen"

Aufsichtsratschef Gerhard Cromme begründete den Schritt mit den drohenden "beachtlichen wirtschaftlichen Nachteilen" für das Unternehmen, falls entsprechende gesetzliche Bestimmungen in den USA ignoriert würden. Die Entscheidung sei "nicht aus freiem Willen, sondern gezwungenermaßen" erfolgt, sagte Cromme. Ähnlich hatte der britische Ölkonzern BP Chart zeigen reagiert.

Wer in der Islamischen Republik investiert oder dortige Anteilseigner hat, ist auf dem US-Markt weniger willkommen als ein Konzern, der Beziehungen zu dem als "Schurkenstaat" klassifizierten Land meidet. Laut US-Gesetz dürfen beispielsweise öffentliche Aufträge nicht an Firmen vergeben werden, an denen ein von den USA geächtetes Land mehr als 5 Prozent besitzt.

Auch wenn dies beim britischen Ölkonzern nicht der Fall ist - Firmenchef John Browne gab am Sonntag bekannt, BP werde künftig das Land meiden. BP müsse seine Interessen abwägen. "Im Augenblick würde es in den Vereinigten Staaten Anstoß erregen, wenn wir mit Iran Geschäfte machen würden, und deshalb wäre es nicht im Interesse von BP." Derzeit seien Geschäfte mit dem Land aus politischen Gründen nicht möglich. Er hoffe aber, "dass es eines Tages geht". "Wir werden das nicht vergessen", sagte der iranische Ölminister, als er davon erfuhr. BP habe nun seine langfristigen Interessen im Iran ruiniert.

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