"Wir wissen nicht, wie die Arbeiter ihren Lohn bekommen"
"Für uns ist uninteressant, was als Stundenlohn ausgezahlt wird, und in welcher Form die Arbeiter ihren Lohn bekommen. Wir sehen nur die Gesamtkosten", sagt die Pressesprecherin von Danish Crown, Gudrun Andreasen und verweist auf einen "ganz enormen Kostendruck". Alles in allem produziere man in Deutschland zu etwa 50 bis 75 Prozent der heimischen Kosten.
Auf die Frage, warum das Unternehmen mit derzeit 13.000 dänischen Beschäftigten die Kosten nicht auch im eigenen Land durch osteuropäische Kolonnenarbeiter senkt, antwortet die Unternehmenssprecherin nur knapp: "Dort haben wir Tarifverträge, an die wir uns halten." Gewerkschafter Bostrup meint: "Wir Dänen sind zu fast 100 Prozent organisiert. In Deutschland gehören in diesen Betrieben ja oft weniger als 10 Prozent der Gewerkschaft an."
"Wir achten sehr auf die strikte Einhaltung der deutschen Gesetze", fügt Andreasen ihren Erläuterungen hinzu. Auch sie kennt Berichte über die Verurteilung von deutschen Kolonnenführern aus der Fleischbranche zu bis zu drei Jahren Haft wegen Menschenschmuggels, Lohndumping und brutaler Gewaltanwendung gegen rumänische Schlachtereiarbeiter.
Von Thomas Borchert, dpa
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