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06.01.2005
 

Flut

Konferenz beschließt Tsunami-Warnsystem

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat vor "einer zweiten Welle des Todes" gewarnt, sollten die Hilfsmaßnahmen für die Flutopfer in Asien zu kurz greifen. Während der internationalen Krisenkonferenz in Jakarta sprachen sich die Teilnehmer außerdem für den Aufbau eines Tsunami-Warnsystems aus.

Banda Aceh - "Wir haben den Überlebenden gegenüber die Pflicht, eine zweite Welle des Todes zu verhindern, die diesmal vermeidbare Ursachen hat", sagte Annan auf der internationalen Krisenkonferenz zur Flutkatastrophe in der indonesischen Hauptstadt Jakarta am Donnerstag.

  Krisengipfel:   Der indonesische Präsident Susilo Yudhoyono (rechts) begrüßt Kofi Annan
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REUTERS

Krisengipfel: Der indonesische Präsident Susilo Yudhoyono (rechts) begrüßt Kofi Annan

Der gute Wille und die Betroffenheit rund um den Globus sei genauso enorm wie die Herausforderungen durch das Desaster, sagte der UN-Generalsekretär. Es gebe schwerwiegende logistische Probleme in der betroffenen Region, die aber nicht unüberwindbar seien.

Zuvor hatte der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono die Welt zu der größten Hilfsaktion aller Zeiten aufgerufen. "Unsere Antwort auf diese beispiellose Katastrophe muss genauso beispiellos sein, um das Leiden der Menschen zu beenden", sagte der Staatschef.

Seinen Worten zufolge markiert die Konferenz den Beginn des Aufbaus eines Tsunami-Frühwarnsystem für den Indischen Ozean. Er appellierte an die Teilnehmer des Treffens, sich an den Kosten zu beteiligen.

  Familie, Freunde, Haus, Heimat:  Eine junge indische Frau weint in ihrem zerstörten Dorf 350 Kilometer südlich von Madras
  Warten auf etwas zu Essen:  Kinder in Aceh strecken ihre Hände den Hilfslieferungen entgegen
  Die wahrscheinlich schlimmste Erfahrung gegen Ende des Lebens:    Eine alte Frau in einem indischen Flüchtlingscamp
  Hoffen auf Hilfe:  Flutopfer in Sri Lanka stehen Schlange für Medikamente
  Zusammenhalten:  Eine alte Frau aus Sri Lanka hält ihren Enkel in einem gespendeten Zelt
  Kindergesichter mit erwachsenem Blick:  Großmutter und Enkelkinder (im Hintergrund) in einem Zelt in Sri Lanka
  Immer noch aufräumen und verbrennen, aufräumen und verbrennen:  Bewohner eines Dorfes etwa 350 Kilometer südlich des indischen Madras am Donnerstag
  Anstehen für frisches Gemüse:  Flutopfer belagern ein Lager mit Hilfslieferungen
  Und jetzt?  Ein  Junge vor den angezündeten Trümmern seines Dorfes 350 Kilometer südlich der indischen Stadt Madras

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Auf der eintägigen Konferenz wollen sich mehr als 20 Länder und internationale Organisationen über Hilfsmaßnahmen für die betroffene Region abstimmen. Die Konferenz wurde vom Verband der Südostasiatischen Staaten ASEAN organisiert, zu dem auch Indonesien als das von der Flut am schwersten betroffene Land zählt.

Tsunami-Warnsystem soll geschaffen werden

Im Indischen Ozean soll ein Warnsystem für große Flutwellen (Tsunamis) geschaffen werden, die nach schweren Seebeben entstehen können. Ein entsprechender Plan wurde am Donnerstag von der Gipfelkonferenz im indonesischen Jakarta unterstützt.

Ein Tsunami-Warnsystem existiert bereits im Pazifischen Ozean, wo solche Flutwellen häufig auftreten. Seismologen hatten das schwere Beben im Indischen Ozean vor Indonesien registriert und auch die Entstehung einer Flutwelle befürchtet. Bis zu deren Eintreffen an den Küsten vergingen teilweise mehr als zwei Stunden, so dass die Menschen an Küsten hätten informiert werden können. In den Ländern existierte aber kein Warnsystem.

  Trinkwasser als erste Hilfe:  Ein australischer Militärhelfer bei der Hilfsgüterverteilung in Aceh
  Hilfe in höchster Not:  Ein Bewohner aus der Region Aceh trinkt Wasser aus einem Strohhalm, nachdem ihn ein US-Helikopter ausgeflogen hat
  Vorrat für die nächsten Stunden:  In Banda Aceh entstanden lange Schlangen vor den Versorgungspunkten
  Hilfe aus der Luft:  Rund 400.000 Menschen in Indonesien haben durch die Flut ihre Bleibe verloren. Ein US-Soldat belädt einen Hubschrauber mit Trinkwasserflaschen
  Die Hilfsaktion rollt an:  Hilfsgüter von der USS Abraham Lincoln werden verteilt
  Es bleibt kritisch:  Nach der Flut drohen Hunger, Durst und Erkrankungen durch verschmutztes Trinkwasser

Der Kampf gegen Seuchen und Unterernährung
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Am 26. Dezember hatte ein Seebeben der Stärke 9,0 eine gewaltige Welle ausgelöst, die fast alle Küsten des Indischen Ozeans überschwemmte. Nach bisherigen Schätzungen kamen dabei rund 150.000 Menschen ums Leben, mehr als 1,5 Millionen wurden obdachlos.

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