Banda Aceh - "Wir haben den Überlebenden gegenüber die Pflicht, eine zweite Welle des Todes zu verhindern, die diesmal vermeidbare Ursachen hat", sagte Annan auf der internationalen Krisenkonferenz zur Flutkatastrophe in der indonesischen Hauptstadt Jakarta am Donnerstag.
Der gute Wille und die Betroffenheit rund um den Globus sei genauso enorm wie die Herausforderungen durch das Desaster, sagte der UN-Generalsekretär. Es gebe schwerwiegende logistische Probleme in der betroffenen Region, die aber nicht unüberwindbar seien.
Zuvor hatte der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono die Welt zu der größten Hilfsaktion aller Zeiten aufgerufen. "Unsere Antwort auf diese beispiellose Katastrophe muss genauso beispiellos sein, um das Leiden der Menschen zu beenden", sagte der Staatschef.
Seinen Worten zufolge markiert die Konferenz den Beginn des Aufbaus eines Tsunami-Frühwarnsystem für den Indischen Ozean. Er appellierte an die Teilnehmer des Treffens, sich an den Kosten zu beteiligen.
|
Auf der Suche nach Unterstützung Bitte klicken Sie einfach auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen. |
Auf der eintägigen Konferenz wollen sich mehr als 20 Länder und internationale Organisationen über Hilfsmaßnahmen für die betroffene Region abstimmen. Die Konferenz wurde vom Verband der Südostasiatischen Staaten ASEAN organisiert, zu dem auch Indonesien als das von der Flut am schwersten betroffene Land zählt.
Tsunami-Warnsystem soll geschaffen werden
Im Indischen Ozean soll ein Warnsystem für große Flutwellen (Tsunamis) geschaffen werden, die nach schweren Seebeben entstehen können. Ein entsprechender Plan wurde am Donnerstag von der Gipfelkonferenz im indonesischen Jakarta unterstützt.
Ein Tsunami-Warnsystem existiert bereits im Pazifischen Ozean, wo solche Flutwellen häufig auftreten. Seismologen hatten das schwere Beben im Indischen Ozean vor Indonesien registriert und auch die Entstehung einer Flutwelle befürchtet. Bis zu deren Eintreffen an den Küsten vergingen teilweise mehr als zwei Stunden, so dass die Menschen an Küsten hätten informiert werden können. In den Ländern existierte aber kein Warnsystem.
|
Der Kampf gegen Seuchen und Unterernährung Bitte klicken Sie einfach auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen. |
Am 26. Dezember hatte ein Seebeben der Stärke 9,0 eine gewaltige Welle ausgelöst, die fast alle Küsten des Indischen Ozeans überschwemmte. Nach bisherigen Schätzungen kamen dabei rund 150.000 Menschen ums Leben, mehr als 1,5 Millionen wurden obdachlos.
© manager magazin Online 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH