Von Martin Scheele und Karsten Langer
Hamburg - Noch rührt sich kaum Leben im Gebäude des Landgerichts Hamburg. Nur im Saal 300, dem großen Plenarsaal, brennt schon Licht. Ab 9.30 Uhr will Alexander Falk dort nach einer kurzen Ansprache seines Anwalts Gerhard Strate Antrag auf Haftverschonung stellen. Alle bisherigen Anträge scheiterten, obwohl Falk schon seit 18 Monaten in U-Haft sitzt.
Es gibt Spekulationen, dass sich die Hamburger Justiz damit einen zweiten Fall Jürgen Harksen ersparen will. Harksen hatte sich der Justiz entzogen und sich nach Südafrika abgesetzt. Dem Vorsitzenden Richter Nikolaus Berger ist Harksen gut bekannt. Seine Kammer hat den Finanzbetrüger 2003 für sechs Jahre und neun Monate hinter Gitter geschickt.
Der Fluchtversuch, den Alexander Falk geplant hatte, macht seine Hoffnung auf Freiheit nicht eben größer. Schon gestern war das Plädoyer Falks zur Haftverschonung erwartet worden. Technisch hatte der Ex-Ision-Mehrheitsaktionär sich dafür opulent ausgestattet. Zwei transportable Leinwände schleppten Gerichtsdiener in den Saal. Zum Einsatz kamen sie aber nicht.
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Die ersten Prozessteilnehmer sind inzwischen erschienen. Ein paar Juristen haben eine große Kiste mit Akten angeschleppt. "Heute bekommen wir wohl was geboten", sagen Besucher vor dem Plenarsaal. Auch sie sind gespannt, in welcher Form sich Falk heute zeigen wird. Falk will dem Vernehmen nach seinen Vortrag mit Powerpoint-Präsentationen spicken.
Um 9.30 Uhr rührt sich noch wenig im Gerichtssaal. Einer der Richter ist zu spät erschienen, Gerhard Strate kommt heute gar nicht. Auch Falk ist noch nicht da.
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Als der Zuschauerraum um 9.45 Uhr geöffnet wird, steht Falk aufrecht und aufmerksam die Szenerie beobachtend bei seinem Anwalt Bliwier. Er hat den Plenarsaal unbemerkt von Presse und Interessierten durch die Tür des Beratungszimmers betreten.
Falk macht einen souveränen Eindruck, trägt einen seriösen grauen Einreiher und ein schwarze Krawatte mit weißen Diagonalstreifen. Vor ihm steht bereits der Videobeamer, mit dessen Hilfe er seinen Antrag auf Haftverschonung illustrieren wird. Für die Begründung seines Antrags hat Falk zwei Stunden eingeplant. Der Zuschauerraum ist mit etwa 30 Neugierigen gut gefüllt.
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