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manager magazin



08.12.2004
 

China

"Was China braucht, steigt im Preis"

Von Kai Lange

Das rasante Wachstum in China und Indien wirbelt die alte Wirtschaftsordnung durcheinander. USA und Europa müssen sich auf einen Verteilungskampf einstellen, meint Marc Faber, einer der einflussreichsten Anlageberater in Asien. Dazu gehören steigende Rohstoffpreise und ein brutaler Preiskampf bei Massenprodukten.

  Wirtschaftsmetropole Shanghai:   "Deflationäre Effekte" durch billige Exporte
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Wirtschaftsmetropole Shanghai: "Deflationäre Effekte" durch billige Exporte

Hamburg - "Alles was China selbst herstellt, sinkt im Preis. Was China hingegen braucht, steigt im Preis". Lance Browne, Chairman der Standard Chartered Bank in China, ersparte den Gästen der Wirtschaftstagung "China Meets Europe" bunte Schaubilder und Diagramme. Das Auditorium wusste ohnehin, wovon Browne sprach. Die Preise für Kupfer, Rohöl, Nickel, Stahl sind seit Monaten auf dem Weg nach oben.

Anders dagegen sieht es aus, wenn man rechtzeitig vor Weihnachten einen Computer, Flachbildschirm, Camcorder oder DVD-Player erstehen will. "Vor zwei Jahren habe ich für schlechtere Geräte deutlich mehr bezahlt", gesteht Browne. Die günstige Massenware: Made in China. Die teuren Rohstoffe: Needed by China.

Inflation und Deflation gehen Hand in Hand

Marc Faber mag es da schon etwas differenzierter. Der Schweizer Investmentguru mit Sitz in Hong Kong, der von Fans für seinen Börsenbrief "The Gloom, Boom & Doom Report" verehrt und von Spöttern als "Dr. Doom", der Untergangsprophet, bezeichnet wird, schaufelte vor gleichem Publikum rund 20 Schautafeln durch. Die Botschaft des Zahlenfreaks klang ähnlich: "Hersteller von Massenwaren dürften weltweit noch stärker unter Druck geraten. Gleichzeitig dürften Chinas Nachbarstaaten sowie rohstoffreiche Länder vom Wachstum in China profitieren."

  PC made in China:  Nicht nur Schuhe und Hemden, sondern auch Elektronik für die Welt
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PC made in China: Nicht nur Schuhe und Hemden, sondern auch Elektronik für die Welt

Für Hersteller von Unterhaltungselektronik, Haushaltswaren, die PC- und Autobranche dürfte die Luft noch dünner werden. VW-Partner Shanghai Automotive Industry (SAIC) hat sich mit dem Einstieg beim britischen Autohersteller Rover bereits Marktzugang in Europa verschafft. Nun folgt der chinesische Computerkonzern Lenovo, der mit der Übernahme der PC-Sparte von IBM Chart zeigen zum weltweit drittgrößten PC-Hersteller aufsteigt.

Der Fluch der billigen Arbeit

Da in China Jahr für Jahr rund 20 Millionen Wanderarbeiter in die Städte drängen, verfügt das Land langfristig über eine riesige Reserve billiger Arbeitskräfte, die für Stundenlöhne weit unter einem US-Dollar im Akkord arbeiten. Dabei stellt China nicht mehr nur Schuhe und Kleidung für den Rest der Welt her, sondern auch technisch anspruchsvolle Produkte. Autos und Computer werden im Reich der Mitte nicht mehr nur zusammengesetzt, sondern komplett entwickelt.

Gleichzeitig hat China keinerlei Probleme, binnen kürzester Zeit seine Produktionskapazitäten zu erhöhen. Ausländisches Kapital fließt reichlich, und das Geld will angelegt sein. Die extrem preisaggressive herstellende Industrie in China sowie die Tatsache, dass in Indien Hightech-Dienstleistungen zu Niedrigpreisen angeboten werden, führen weltweit zu einem deflationären Effekt, so Faber. Herstellende und verarbeitende Industrie werden also weiter mit fallenden Preisen leben müssen.

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