28.09.2004
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KarstadtQuelle

Notprogramm und Kapitalerhöhung

Der Aufsichtsrat des angeschlagenen Warenhauskonzerns hat dem Sanierungsprogramm zugestimmt und einen neuen Finanzvorstand ernannt. Die Neuausrichtung soll 1,4 Milliarden Euro kosten. Außerdem soll es eine Kapitalerhöhung in Höhe von 500 Millionen Euro geben. Handelsexperten sind skeptisch, ob die Sanierung gelingt.

Essen - Wie KarstadtQuelle Chart zeigen nach der Aufsichtsratssitzung mitteilte, sieht das Paket im Wesentlichen die Konzentration auf das Kerngeschäft, die Trennung von Randaktivitäten und die Stärkung von Wachstumsbereichen vor. Zu einem möglichen Stellenabbau wurden vorerst keine Angaben gemacht. Das Kontrollgremium, in dem zur Hälfte auch Vertreter der Arbeitnehmerseite sitzen, habe dem vom Vorstand ausgearbeiteten Programm zugestimmt. Weitere Einzelheiten will der Konzern am Dienstag Vormittag bekannt geben.

  Radikaler Sanierungsplan:  Karstadt stehen schwierige Monate bevor
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DPA

Radikaler Sanierungsplan: Karstadt stehen schwierige Monate bevor

Die Kosten für die Restrukturierung beziffert das Unternehmen in diesem Jahr auf 1,4 Milliarden Euro. Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis sowie zum Abbau der Nettoverschuldung ist eine Kapitalerhöhung mit einem Emissionsvolumen von 500 Millionen Euro vorgesehen.

Analysten hatten im Vorfeld über einen Finanzierungsbedarf für notwendige Restrukturierungen in dieser Höhe spekuliert. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten hatten sich im Vergleich zum Vorjahr per Ende Juni um 15,5 Prozent auf mehr als 2,3 Milliarden Euro erhöht. Zugleich war das Eigenkapital um 14,4 Prozent abgesackt auf 1,29 Milliarden Euro.

Operativ sollen 2005 wieder schwarze Zahlen vorliegen

Bereits im Geschäftsjahr 2005 soll ein deutlich positives Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (Ebta) erreicht werden, hieß es weiter. So ist im stationären Einzelhandel eine Konzentration auf die Kernaktivitäten mit einem Umsatz von 4,5 Milliarden Euro geplant. Andere Engagements mit einem Umsatzvolumen von 700 Millionen Euro sollen abgegeben werden. Auf die Frage, wann der Konzern auch unter dem Strich wieder schwarze Zahlen schreiben wird, gingen die Verantwortlichen nicht ein.

Bisher rechnete der seit Juni amtierende neue Konzernchef Christoph Achenbach für das Gesamtjahr mit einem Umsatzrückgang von 4,5 bis fünf Prozent und einem operativen Verlust (Ebta) von 160 bis minus 200 Millionen Euro. Darin waren allerdings ausdrücklich noch nicht außerordentliche Restrukturierungsaufwendungen eingerechnet.

Es werde zudem geprüft, die Immobilienaktivitäten vom Handelsgeschäft abzutrennen und Prozesse auszulagern (Outsourcing). Im Versandhandel steht die Neupositionierung der Marken Quelle und Neckermann sowie die Konzentration auf die Wachstumsbereiche Spezialversand, Ausland und E-Commerce im Vordergrund.

Zu befürchteten Stellenstreichungen machte das Unternehmen am späten Montagabend keine Angaben. Nach Medienberichten sieht das Konzept den Abbau von bis zu 8500 der rund 100.000 Stellen im Konzern vor. Mehr als jedes dritte der insgesamt 181 Warenhäuser soll nach Medieninformationen in seiner bisherigen Form nicht mehr bestehen bleiben. Für die anderen seien neue Betriebsformen vorgesehen.

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