Erfolgsurteil abhängig vom Vergleichsmaßstab
Der Erfolg des Aufbaus Ost wird häufig an der wirtschaftlichen Entwicklung der alten Bundesländer gemessen, indem bestimmte Verhältniszahlen - zum Beispiel das Pro-Kopf-Einkommen im Ost-West- Vergleich - untersucht werden.
Eine andere interessante ökonomische "Benchmark" ist jedoch ein Vergleich der neuen Bundesländer mit anderen Transformationsökonomien in Mittel- und Osteuropa. Anhand einer solchen "Transformationsbilanz" lässt sich die Aufbauleistung der neuen Länder im Vergleich zu solchen Ländern einordnen, die nach dem Ende der Planwirtschaft mit ähnlichen Startbedingungen und -schwierigkeiten konfrontiert wurden.
Bei dieser Betrachtung schneiden die neuen Länder wesentlich besser als bei einem reinen "Ost-West-Vergleich" ab (siehe Grafik). Ihr BIP ist seit 1991 real um 54 Prozent gestiegen, das von Tschechien um 24 Prozent und das von Ungarn um 34 Prozent.
Das BIP pro Kopf liegt in den neuen Ländern bei 17.500 EUR, in Tschechien bei 7.700 EUR und in Ungarn bei 7.200 EUR. Auch die Qualität der Infrastruktur in den neuen Ländern ist wesentlich besser als in Mittel- und Osteuropa.
Verarbeitendes Gewerbe
Die Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes ist die Erfolgsgeschichte der neuen Länder ("Motor des Konvergenzprozesses", Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Jahresgutachten 2002/2003). Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung ist zwar noch relativ niedrig, steigt aber von Jahr zu Jahr (von 10,2 Prozent Anfang der neunziger Jahre auf 16,1 Prozent heute).
Im laufenden Jahr wird mit einem Anstieg der Investitionstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe um 9 Prozent gerechnet (Ifo Schnelldienst 13/ 2004). Die Exportquote des Verarbeitenden Gewerbes nimmt beständig zu (knapp 14 Prozent 1991, 24,5 Prozent 2003; alte Bundesländer: 39,4 Prozent). Die Auslandsumsätze wachsen dynamischer als die Inlandsumsätze (2002: Auslandsumsatz + 8,9 Prozent, Inlandsumsatz + 0,5 Prozent). Das verarbeitende Gewerbe in den neuen Ländern ist daher international durchaus wettbewerbsfähig und trägt maßgeblich zu den Exporterfolgen Ostdeutschlands (siehe Grafik 3) bei.
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