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manager magazin



22.08.2004
 

Immobilienpleiten Ost

Sei schlau, bleib im Plattenbau

Jeder zweite Ostdeutsche, der in Mietwohnungen investiert hat, steckt in der Schuldenfalle. Diese aktuelle Schätzung für Leipzig fällt für andere Regionen in der ehemaligen DDR ähnlich desaströs aus. Ein echter Markt existiert nicht mehr – auch, weil viele Anwohner aus wirtschaftlichen Erwägungen lieber im Plattenbau leben.

München - In den neuen Bundesländern ist der Immobilien- und Mietmarkt nach Ansicht der Haus- und Grundbesitzer komplett zusammengebrochen. Es existiere kein echter Markt mehr, sagte der Präsident des Eigentümerverbandes Haus & Grund Deutschland, Rüdiger Dorn, im Nachrichtenmagazin "Focus".

  Traumhafte Altstadtwohnungen versus bezahlbare Unterkünfte:  Plattenbau in Pirna, südlich von Dresden
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DDP

Traumhafte Altstadtwohnungen versus bezahlbare Unterkünfte: Plattenbau in Pirna, südlich von Dresden

Zwar biete der Osten traumhaft restaurierte Innenstädte, aber diese verödeten, weil keiner dort wohnen wolle, sagte Dorn. Wie "Focus" berichtet, leben die ehemaligen DDR-Bürger offensichtlich noch immer lieber in der "Platte" als in einer sanierten Altbau-Wohnung.

In vielen ostdeutschen Städten stünden weniger Plattenbau-Wohnungen leer als Häuser aus der Gründerzeit oder dem Jugendstil. Der in Görlitz (Sachsen) arbeitende Makler und Hausverwalter Paul Günther Dratschmidt sieht die wirtschaftliche Lage als Ursache. "So lange die Menschen jeden Cent umdrehen müssen, zählen Schönheit, Ambiente oder Architektur nicht", sagte er.

Immobilieneigner in Not

Diese Entwicklung stürzt laut "Focus" viele Eigentümer in wirtschaftliche Not. Allein in Mecklenburg-Vorpommern habe der Mietausfall im vergangenen Jahr 297 Millionen Euro betragen, davon seien 115 Millionen Euro auf private Eigentümer entfallen.

Es werde 20 bis 25 Jahre dauern, bis sich der Markt reguliert habe, prognostizierte der Ehrenpräsident von Haus & Grund Mecklenburg- Vorpommern, Erwin Mantik. Der Geschäftsführer des Leipziger Verbandes, Henning Mau, schätzte, dass bis zu 50 Prozent der ostdeutschen Investoren in der Schuldenfalle klemmen: Sie müssten Kredite abbezahlen, erzielten aber kaum Mieteinnahmen. Für viele ende die persönliche Tragödie mit Zwangsversteigerung und Konkurs, sagte Mau.

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