Herzogenaurach/New York - Der Sportartikelhersteller
Puma
sieht sich mit Vorwürfen wegen angeblich
ausbeuterischer Arbeitsverhältnisse bei einem chinesischen
Produktionspartner konfrontiert.
Das Unternehmen untersuche derzeit die in einem amerikanischen NGO-Bericht enthaltenen Vorwürfe, sei sich jedoch keiner Schuld bewusst, teilte der Konzern am Dienstag in Herzogenaurach mit. Puma überwache seit mehreren Jahren regelmäßig seine weltweiten Produktionsstätten und auch die chinesischen Lieferanten. Keiner der kritisierten Missstände sei dabei festgestellt worden.
An der Börse in Frankfurt maß man den Anschuldigungen nicht viel Gewicht bei: Die Aktie stieg allein am Dienstag um mehr 4,3 Prozent.
Die Vorwürfe waren in der vergangenen Woche von den in New York ansässigen Organisationen "National Labor Comittee" und "China Labor Watch" erhoben worden. In dem Bericht mit dem Titel "Puma's Worker in China: Facing an Olympian Struggle to Survive" werden Missstände kritisiert, die sich in den Werken der taiwanischen PouChen-Gruppe im südchinesischen Gaobu Town, im Bezirk Dongguan (Provinz Guangdong), angeblich abspielen sollen.
Hundert-Stunden-Woche im Billiglohnland?
Die Arbeiter in diesen Produktionsstätten seien "mörderischen Arbeitszeiten, erbärmlich niedriger Entlohnung, Ausbeutung, Missbräuchen und der Bestreitung von Rechten" ausgesetzt, heißt es in dem Bericht. Insbesondere werden die Verhältnisse in dem Werk F der Pou-Yuen-Fabrik kritisiert, wo Schichtarbeiter mit täglichen Arbeitszeiten zwischen 13,5 und 16,5 Stunden beschäftigt sein sollen. Bei einem Basis-Stundenlohn von 31 US-Cent könne die Wochenarbeitszeit je nach Nachfrage zwischen 76,5 und 100,5 Stunden betragen, hieß es in dem auf der Website www.nlcnet.org veröffentlichten Bericht.
Puma habe die Verhältnisse in diesem Werk im Februar 2004 im Rahmen einer regulären Überwachung überprüft und keinen der zitierten Missstände festgestellt, hieß in der Puma-Stellungnahme. Eine "gründliche und rigorose interne Untersuchung" der Vorwürfe werde durchgeführt, könne jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen, teilte das Unternehmen mit.
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