Die neue Pflicht der Unternehmer
Wer so von einer Moderne ausgeht, der bedroht die Vielfalt der Kulturen und ruft dadurch zwangsläufig Abwehrreaktionen hervor, die sich schließlich gerade für das künftige Schicksal des Kapitalismus als äußerst destruktiv erweisen können.
Ludwig Erhard, der "Vater des deutschen Wirtschaftswunders", setzte nach der Währungsreform 1948 das Konzept der sozialen Marktwirtschaft durch
Auch an der ökonomischen Rationalität des Kapitalismus kann kein Zweifel bestehen. Da er sich evolutionär weiterentwickelt, vermeidet er die Starre orthodoxer Systeme. Schon deshalb ist er wert, gerettet zu werden.
Doch wenn er sich vom Gesellschaftlichen löst und zur Weltanschauung wird, muss der Kapitalismus versagen. Davor ist er zu bewahren.
Entscheidend für die Rettung des Kapitalismus wird das Selbstverständnis der Unternehmer sein. Natürlich müssen sie ihre wirtschaftlichen Ziele verfolgen. Aber sie sollten die wirtschaftliche Betrachtung des Gesellschaftlichen wieder mit der gesellschaftlichen Betrachtung des Wirtschaftlichen verbinden.
Es gilt, sowohl im "Innenverhältnis", das heißt in der Beziehung zur Gesellschaft, Vertrauen zu respektieren und aufzubauen als auch im "Außenverhältnis", das heißt in der Beziehung zur Welt, keine Weltanschauung zu vertreten - auch nicht implizit.
Wieweit die Unternehmer dies allein, also selbstregulierend, vermögen und ob sie die Politik um Hilfe bitten sollten, ist eine Frage der politischen Einschätzung.
Aufgrund ihrer profunden Kenntnis der globalisierten Wirtschaft könnten Unternehmen sogar einen aktiveren Platz in der Zivilgesellschaft einnehmen. Ob sie es sollten, ist wiederum eine Frage politischer und gesellschaftlicher Gestaltung.
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