22.07.2004
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Parmalat-Pleite

"Toleranz und Komplizenschaft"

Die Mailänder Staatsanwaltschaft stellt den Parmalat-Banken ein katastrophales Zeugnis aus. Die Institute – darunter die Deutsche Bank – hätten den maladen Milchkonzern künstlich am Leben gehalten. Derweil investierten die nichts ahnenden Kleinanleger weiter in das überschuldete Unternehmen.

Rom - Die Hauptgläubiger hätten es Parmalat lange ermöglicht, den desolaten Zustand der finanziellen Situation zu verschleiern, heißt es in einem Bericht der Mailänder Staatsanwaltschaft, aus dem die italienische Zeitung "Il Sole 24 Ore" zitiert. Obwohl die Finanzsituation zwischen 2002 und 2003 außer Kontrolle geraten war, hätten die Banken weiter Anleihe-Emissionen organisiert. Gemeint ist unter anderem die Deutsche Bank Chart zeigen.

  Parmalat-Produkte:  Finanzielle Situation zu verschleiert

Parmalat-Produkte: Finanzielle Situation zu verschleiert

"Die Toleranz und sogar Komplizenschaft mehrerer Finanzdienstleister ermöglichte das künstliche Überleben des seit langem kränkelnden Unternehmens", sagte eine Verfasserin des Berichts der Nachrichtenagentur Bloomberg. Derweil hätten nichts ahnende Kleinanleger weiter Anteile erworben.

Die Parmalat-Gruppe war Ende 2003 für insolvent erklärt worden, nachdem sich ein Finanzloch in Milliardenhöhe aufgetan hatte. Bis heute wird die Verschuldung auf über 14 Milliarden Euro geschätzt.

Die italienische Regierung hat unterdessen den Sanierungsplan für Parmalat genehmigt. Industrieminister Antonio Marzano habe nach einem Treffen mit den Gewerkschaften und dem neuen Parmalat-Chef Enrico Bondi grünes Licht für den Plan und die darin vorgesehene Entschädigung für die Kreditgeber gegeben, berichtete die römische Zeitung "La Repubblica" am Mittwoch.

Der von Bondi ausgearbeitete Rettungsplan sieht unter anderem vor, den Konzern völlig neu zu gründen und die wichtigsten Gläubiger zu Aktionären des neuen Parmalat-Konzerns zu machen.

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