"Wäre Hamburg auch so sang- und klanglos aus dem olympischen Rennen ausgeschieden wie Leipzig? Sicherlich nicht", kommentiert das "Hamburger Abendblatt" die durchgefallene Olympia-Bewerbung Leipzigs und fordert eine erneute Kandidatur der Hansestadt. "Hamburg hofft jetzt auf die Spiele 2016" schlagzeilt die Hamburg-Ausgabe der "Bild"-Zeitung heute erfreut.
"Mit Hamburg stünde eine Stadt bereit, die die internationalen Anforderungen im vollen Umfange erfüllen könnte", sagte bereits gestern der Präses der Handelskammer der Hansestadt, Karl-Joachim Dreyer. Hamburg hatte neben Leipzig ursprünglich ebenfalls ein Bewerbungskonzept für 2012 vorgelegt, war aber in der nationalen Entscheidung knapp gescheitert. Die Anforderungen des IOC seien inzwischen offensichtlich so hoch, "dass nur noch internationale Metropolen eine Chance haben", hieß es aus der Handelskammer. Der CDU-Fraktionschef in der Bürgerschaft, Bernd Reinert, will laut "Abendblatt" am besten heute anfangen, wieder in die Bewerbung einzusteigen".
Und Fußball-Idol Uwe Seeler sagte im "Abendblatt": "Sollte Hamburg jetzt noch einmal so ein Konzept der kurzen Wege erstellen können, sollte sich Hamburg noch einmal bewerben. Aber wenn dies geschieht, dann bitte auch mit Volldampf." Am Erfolg Leipzigs habe er schon im Vorfeld Zweifel gehabt. "Es war klar, dass es Leipzig bei der starken Konkurrenz beispielsweise aus Paris und New York sehr schwer haben wird. Und ich glaube auch, dass eine Weltstadt wie Hamburg mit all ihren Facetten bessere Chancen gehabt hätte", sagte Seeler.
Karl-Heinz Blumenberg, Sprecher der aufgelösten Hamburg Olympia GmbH: "Natürlich wäre es sportlich fair zu sagen: Wir haben es einmal probiert, also versuchen wir es wieder. Trotzdem sollte Hamburg mit seiner Entscheidung warten, bis feststeht, wo die Olympischen Spiele 2012 stattfinden." Sollte es etwa Paris schaffen, dann wären Hamburgs Chancen für 2016 eher gering. Blumenberg: "Trotzdem muss das Signal heißen: Wir sind bereit."
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