Von Arne Stuhr, Christian Buchholz und Matthias Kaufmann
Düsseldorf - So viel Rummel war lange nicht mehr beim Mannesmann-Prozess. Um 8.30 Uhr, eine halbe Stunde vor Sitzungsbeginn, ist das Landgericht in Düsseldorf umlagert von Kamerateams und Übertragungswagen. Vor dem Zuschauereingang stehen die Neugierigen Schlange.
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Das Sicherheitspersonal steht unter Hochspannung. Ein auffallend Unauffälliger streicht um den Justizpalast, schaut in jeden Mülleimer, prüft jeden Autounterboden.
Und auch Richterin Brigitte Koppenhöfer ist bereits auf den Fluren unterwegs. Im Presseeck wird schon gewettet, ob sie den Zeugen von heute mit "Mr. Gent" oder "Sir Christopher" ansprechen wird.
Denn heute ist "Hai"-Tag. Der inzwischen geadelte Chris Gent (55), bis 2003 umtriebiger und expansionssüchtiger Firmenlenker von Vodafone
, wird in den Zeugenstand treten. 2000, als er sich Mannesmann einverleibte, hatte die Boulevardpresse schnell einen Namen für ihn: "Der Hai". Sein Gegenspieler bei Mannesmann, Vorstandschef Klaus Esser, wurde "Das Superhirn" getauft.
Um 8.43 Uhr rauscht eine schwarze S-Klasse vor das Gerichtsportal, Frankfurter Kennzeichen. Chris Gent steigt aus, dunkle Hornbrille, dunkelblauer Nadelstreifen. Wenige Minuten später trifft auch Joachim Funk, der ehemalige Aufsichtsratschef von Mannesmann, ein. Er kommt zu Fuß.
Um kurz vor 9.00 Uhr tritt Richterin Koppenhöfer ans Mikrofon, ohne Robe, mit roter Jeansjacke: Der Sitzungsbeginn verzögere sich um 15 Minuten, weil noch immer Zuschauer durchsucht würden. Adel verpflichtet.
Dann verschwindet Koppenhöfer wieder hinter der schweren Holztür am Kopfende des Saals. Sie kehrt um 9.20 Uhr zurück, hochoffiziell in richterlichem Schwarz, und beginnt mit der Rechtsbelehrung von "Sir Christopher". Der sitzt umrahmt von seinem Anwalt und zwei Dolmetscherinnen auf dem kleinen Podium des Zeugenstands.
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