Donnerstag, 9. Februar 2012, 21:25 Uhr

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12.03.2004
 

Terror in Spanien

Bekennerschreiben von al-Qaida?

Die spanische Regierung hält Mitglieder der Eta für die Bombenleger von Madrid. Nach einem entsprechenden Bekennerschreiben kommt aber auch al-Qaida in Frage. Beleg dafür könnte auch ein verlassener Lieferwagen sein, in dem Bombenzünder und Koranverse gefunden wurden.

Madrid - "Die Polizei ermittelt in alle Richtungen", sagte Spaniens Innenminister Angel Acebes in der Nacht zum Freitag. Die spanische Regierung hielt es für wahrscheinlich, dass die baskische Untergrundorganisation Eta hinter dem Blutbad steckt. Sie schloss aber auch nicht aus, dass das Terrornetz al-Qaida oder eine andere islamische Gruppe das Massaker angerichtet hat.

Bergung der Opfer am Atocha-Bahnhof: 192 Menschen kamen ums Leben
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DPA

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Eine in London erscheinende arabischsprachige Zeitung teilte am Abend mit, sie habe ein Bekennerschreiben des Terrornetzwerks al-Qaida erhalten. Der Chefredakteur der Zeitung "Al-Quds Al-Arabi", Abdelbari Atwan, sagte den britischen Fernsehsendern Sky News und BBC, die Bekennerbotschaft sei per E-Mail an die Redaktion geschickt worden. Al-Qaida bezeichne Spanien darin als eines der wichtigsten Mitglieder der "Allianz im Krieg gegen den Islam". Das "Todeskommando" der Brigade habe einen der Pfeiler der Kreuzzug-Allianz getroffen. Damit seien "alte Rechnungen mit Spanien" beglichen worden.

In der Botschaft ist auch die Rede von einem neuen Anschlag auf die USA, der bald bevorstehe. "Der erwartete Schlag gegen Amerika ist jetzt in seiner Schlussphase - zu 90 Prozent fertig - und kommt bald, so Gott will", heiße es in dem Bekennerschreiben. Britische Geheimdienstexperten vermuten jedoch, diese Drohung könne reine Propaganda sein. In den vergangenen Monaten hätten angebliche El Kaida-Mitglieder schon mehrmals erklärt, Amerika stehe unmittelbar vor einem Anschlag von den Dimensionen des 11. September 2001. Dies habe sich aber nicht bewahrheitet.

Sprengstoff-Zünder und Koran-Verse

Die spanische Regierung kündigte an, sie werde das angebliche Bekennerschreiben genau und kritisch prüfen. Die Polizei ermittele in alle Richtungen. Die ETA sei die wichtigste Spur, denn die Bomben hätten aus dem üblicherweise von der Eta benutzten Sprengstoff bestanden. Außerdem habe die Eta zu Weihnachten 2003 einen ähnlichen Anschlag auf Züge verüben wollen.

Innenminister Acebes, der zunächst eine Verwicklung von al-Qaida oder anderer islamischer Gruppen ausgeschlossen hatte, korrigierte sich später. In der Stadt Alcalá de Henares östlich von Madrid sei ein gestohlener Lieferwagen aufgespürt worden, in welchem sieben Sprengstoff-Zünder und ein Tonband mit Koran-Versen in arabischer Sprache gefunden worden seien, berichtete Acebes am Abend. Das gefundene Tonband enthalte keine Drohung. Jedoch stehe der Lieferwagen im Zusammenhang mit den Anschlägen.

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