Donnerstag, 9. Februar 2012, 20:41 Uhr

manager magazin



21.11.2003
 

Offenbarungseid

Private Insolvenzen nehmen um 60 Prozent zu

Das Statistische Bundesamt spricht von einer dramatischen Entwicklung - um mehr als die Hälfte ist die Zahl der Verbraucherinsolvenzen in Deutschland gegenüber 2002 gestiegen. Bei den Firmeninsolvenzen gibt es eine leichte Erholung - ohne Signalwirkung.

Wiesbaden - Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen in Deutschland ist von Januar bis August dramatisch angestiegen. Mit 21.391 ist die Zahl der Betroffenen um 61,3 Prozent nach oben geschnellt. Dies zeigt die jüngste Auswertung des Statistischen Bundesamts.

  Alptraum persönliche Insolvenz:  Mehr als 21.000 Betroffene in Deutschland
[M]DPA;mm.de

Alptraum persönliche Insolvenz: Mehr als 21.000 Betroffene in Deutschland

Erstmals seit Dezember 2000 ist dagegen die Zahl der Unternehmenspleiten in Deutschland wieder gesunken - allerdings ausgehend von einem negativen Rekordniveau und Zuwachsraten bei den Pleiten um zeitweise mehr als zehn Prozent.

Zudem dämpft Jürgen Angele, zuständiger Referatsleiter am Statistischen Bundesamt, im Gespräch mit manager-magazin.de die Hoffnungen auf einen Aufschwung. "Ob die jüngsten Zahlen wirklich den Beginn einer nachhaltigen Entspannung im Insolvenzbereich markieren, bleibt abzuwarten", sagte Angele.

Die Erfahrung zeige, dass fundamentale Veränderungen in puncto Insolvenzen sich statistisch in Wellenform zeigten und nicht in abrupt passierten, so Angele weiter. Die September-Zahlen müssten zumindest abgewartet werden, bevor eine einigermassen verlässliche Prognose möglich werde.

Sommerferien verfälschen Statistik

Im August wurden 8,7 Prozent weniger Firmenzusammenbrüche gemeldet als im Vorjahr. Die Zahl der übrigen Insolvenzen, die sich bei den deutschen Amtsgerichten ansammelten, stieg vergleichsweise gering. Beeinflusst wird die Statistik allerdings auch durch die neue Sommerferienregelung, so Angele: Die Gerichtsferien sind an die Sommerferien gekoppelt.

Die Gesamtzahl der Insolvenzen stieg im August um 0,8 Prozent auf 7736, da sich die der übrigen Schuldner um acht Prozent auf 4715 erhöhte. Von Januar bis August 2003 gab es 66.437 Pleiten, 20,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Zahl der Unternehmenszusammenbrüche stieg dabei um 6,7 Prozent auf 26.558. Bei den übrigen Schuldnern wurde ein Anstieg um 32,7 Prozent auf 39.879 Pleiten verzeichnet, wobei Anstieg bei den Verbraucherinsolvenzen die mit 61,3 Prozent Zunahme drastischste Entwicklung zeigt.

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