"Jetzt noch billiger" - der Werbespruch des schärfsten Aldi-Konkurrenten Lidl erscheint jetzt in einem ganz neuen Licht. Eine Untersuchung hat ergeben: Die Werbung stimmt mit der Wirklichkeit nicht immer überein.
Frankfurt - Es ist nicht einfach, als Discounter neben dem Platzhirsch Aldi zu reüssieren. Vor allem, wenn sich bei Verbrauchern dauerhaft niedrige Preise und gute Qualität im Gedächtnis fest verankert haben.
Eben niedrige Preise und gute Qualität attestiert seit Jahren die Stiftung Warentest dem Discounter Aldi. Dessen wohl schärfste Konkurrent Lidl versucht, Aldi dieses Image streitig zu machen - offenbar mit fragwürdigen Mitteln.
Der Neckarsulmer Discounter kündigte Preissenkungen auf unbestimmte Zeit an, was aber auf die Mehrzahl der beworbenen Artikel überhaupt nicht zutreffen soll. Das berichtet die "Lebensmittel Zeitung" (LZ) in ihrer aktuellen Ausgabe. Die LZ beruft sich in ihrem Artikel auf eine Untersuchung von Thomas Roeb, Professor an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, der das Werbeverhalten von Lidl im ersten Halbjahr 2003 unter die Lupe genommen hat.
Preissenkungen sind nur selten von Dauer
Bei einem Standardsortiment von 1300 Artikeln seien 226 Preissenkungen festgestellt worden, heißt es weiter. Allerdings: Die Preissenkungen seien tatsächlich nur bei nur knapp 40 Prozent der Artikel von Dauer. In der Mehrzahl der Fälle (135 von 226 Artikeln) wurden die Preise entweder wieder erhöht oder die Produkte wurden aus dem Sortiment genommen.
Roebs Zusammenfassung lautet: Lidl senkt zwar die Preise, der Kunde könne die damit verbundenen Vorteile gemessen an der Gesamtverkaufsdauer aber nur für einen verschwindend geringen Zeitraum genießen. Wie dies zu der Werbeaussage Lidls - "Jetzt noch billiger" - passt, bleibt schleierhaft.
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