Einen Tag, nachdem Mannesmann-Chef Klaus Esser den Kauf des britischen Mobilfunkanbieters Orange angekündigt hat, berichtet die Londoner "Times", der (ebenfalls britische) Konzern Vodafone-Airtouch plane die Übernahme von Mannesmann. Vodafone
, weltgrößter Mobilfunkbetreiber und bereits mit 34 Prozent an Mannesmann Mobilfunk beteiligt, ist ein Konkurrent von Orange. Die Mannesmann-Aktie notiert an diesem Tag bei 144 Euro.
Auf der Anklagebank: Klaus Esser
14. November 1999: Vodafone legt den Mannesmann-Aktionären ein erstes Übernahmeangebot vor. Es hat ein Volumen von umgerechnet rund 100 Milliarden Euro, für eine Mannesmann-Aktie werden 43,7 eigene Anteile geboten. Vodafone interessiert sich für das D2-Netz des Düsseldorfer Konzerns.
Vorstandschef Klaus Esser lehnt die Offerte als "völlig unangemessen" ab. Vodafone-Chef Chris Gent bessert bis Dezember mehrfach nach. Er strebt jetzt eine feindliche Übernahme an.
16. November 1999: Die Mannesmann-Aktie steigt auf 209,90 Euro.
19. November 1999: Vodafone stockt sein Angebot mit 53,7 eigenen Aktien für eine Mannesmann-Aktie auf und richtet sich jetzt direkt an die Aktionäre. Der Wert der Übernahme-Offerte beläuft sich auf 124 Milliarden Euro. Damit ist das Angebot das bis dato höchste in der Wirtschaftsgeschichte. Der Mannesmann-Vorstand lehnt abermals ab.
23. November 1999: Auf einer Protestveranstaltung machen in Düsseldorf rund 1000 Betriebsräte des Konzerns Front gegen Vodafone. Konzern-Chef Klaus Esser kündigt eine Beschleunigung des Firmenumbaus an und will sich schneller auf den Wachstumsbereich Telekommunikation konzentrieren.
28. November 1999: Mannesmann lehnt das Angebot von Vodafone erneut ab.
21. Dezember 1999: Die Europäische Kommission genehmigt die Übernahme von Orange durch Mannesmann.
10. Januar 2000: Vodafone wirft Mannesmann vor, seine Aktionäre mit Warnungen vor erheblichen Risiken der Übernahme zu täuschen.
11. Januar 2000: Das "Wall Street Journal" berichtet über Gespräche zwischen Mannesmann und dem französischen Medien- und Telekomkonzern Vivendi
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