Flächendeckendes Warnsignal - Auslastungsquote sinkt
Im vergangenen Jahr hielten sich vor allem Kunden aus Nordamerika und Fernost (Ausnahme: China) mit Buchungen zurück. Aber gerade jetzt treten auch nach und nach Hotels auf den Markt, die in den wichtigsten Städten Deutschlands noch in der Boomphase 1999/2000 geplant wurden.
Die Folge: Die Auslastung der Häuser sank fast flächendeckend. Vor allem betroffen sind die Gesellschaften, die vorrangig im Vier- und Fünf-Sterne-Segment tätig sind: Sie konnten ihre Durchschnittspreise nicht halten. Der Ausfall potenzierte sich, die Wirtschaftlichkeit blieb auf der Strecke.
Besonders schlecht lief es vor diesem Hintergrund für Dorint, einem der prominentesten Absteiger im Ranking: Nach dem zweiten Abschluss in den roten Zahlen folgte für Dorint die Abwertung auf A. Die Effekte aus dem Einstieg von Accor gilt es abzuwarten.
Six Continents verschlechtert
Ebenfalls auf der Verliererseite steht die spanische Sol Meliá, die eine Abwertung von A auf BBB erlebt. Drastische Gewinneinbrüche bei der Muttergesellschaft, in Deutschland geht es auch nicht richtig voran: Die Sol Inn's wurden auf Tryp's umbenannt, die Betriebe von drei auf vier Sterne aufgewertet - gerade zum falschen Zeitpunkt.
Die Häuser von Six Continents mussten offensichtlich überdurchschnittliche Rückschläge hinnehmen, einer der Gründe für die Herabstufung von AA auf A. Sie zählen im Support und in der Kontrolle ihrer Franchisenehmer nicht mehr zu den ersten Adressen. Six Continents, immer als großer Einkäufer gehandelt, wird jetzt wohl selbst gekauft.
"Auch andere Hotelgesellschaften werden in Kürze teils drastische Gewinnrückgänge veröffentlichen müssen", prognostiziert Treugast-Geschäftsführer Stephan Gerhard.
Kuriose Rolle: Sammelstelle in Ostdeutschland
Dennoch – auch die Gewinner sind laut Studie klar erkennbar: Sie profitieren beispielsweise von der Tendenz zu erdgebundenen Reisen in sichere Länder - schließlich ist Deutschland immer noch Urlaubsdestination Nummer eins der Deutschen.
Die Resort- und Wellnesshotellerie konnte - mit Ausnahmen - ebenfalls Zuwachsraten verzeichnen. Auch die Spezialisten, die bereits im Trendgutachten vom vergangenen Jahr sehr gelobt wurden, meisterten die schwierigen Zeiten gut.
Zu den Aufsteigern im Investmentranking zählt unter anderem das Unternehmen Albeck & Zehden, eine "Sammelstelle" für schwierige Betriebe in Ostdeutschland: Die Betriebe arbeiten erfolgreich und können gegen den Markt Steigerungsraten aufweisen.
RIMC als Aufkäufer erfolgreich
In der Bewertung steigt Albeck & Zehden von BBB auf A. Von A auf AA konnte sich die Rostocker Aktiengesellschaft Arkona verbessern. Die Gesellschaft, deren Hotels zum größten Teil unter "Steigenberger" firmieren, macht gute Geschäfte und erweitert sukzessive ihre Geschäftsfelder.
Last but not least: Gert Prantner von RIMC übernimmt schwierige, aber preiswerte Objekte und investiert in die Hardware, um sie anschließend qualitativ ordentlich zu betreiben. Die Rechnung geht auf – die Performance von RIMC steigt.
Gegenstand des performanceorientierten Investmentrankings sind in Deutschland tätige nationale wie internationale Betreibergesellschaften und damit der größte Teil jener Betriebe, die der klassischen "Kettenhotellerie" zuzuordnen sind.
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