Von Simon Hage
Nach den USA entwickelt sich auch in Deutschland eine eigene Couponing-Industrie: Als Schnittstelle zwischen Händler und Hersteller fungieren so genannte Clearing-Häuser wie das Hamburger Marketingunternehmen NCH, die Auszählung und Abrechnung der Coupons abwickeln. NCH ist eine Filiale des Nielsen Clearing Houses in Chicago, dem Weltmarktführer bei der Auswertung von Coupons.
Das Unternehmen hat weltweit 3500 Mitarbeiter, 20 davon in Hamburg. Die Filiale in der Hansestadt wurde Anfang 2002 gegründet – nach dem Fall des Rabattgesetzes im Juli 2001. Zuvor verbot das 70 Jahre alte Gesetz Preisnachlässe von mehr als drei Prozent. Bekannt wurden Rabattmarken in Deutschland erstmals, als sie in der Nachkriegszeit einen Höhenflug erlebten.
US-Coupon-Magazine erreichen Auflage von 60 Millionen
Die Hamburger Unternehmensberatung Loyalty sagt dem Couponing eine große Zukunft voraus: 7,4 Milliarden solcher Rabattgutscheine werden in diesem Jahr nach Schätzung der Consulter ausgegeben. "Kein anderes Marketinginstrument verfügt derzeit über eine solche Wachstumsdynamik wie Couponing", heißt es in einer Studie. Mehr als 50 Prozent der befragten Unternehmen schätzen, dass die Bedeutung solcher Gutscheinaktionen zunehmen wird. Fast 33 Prozent glauben gar, das Couponing werde künftig "massiv zunehmen".
In den USA gilt Couponing längst als Erfolgsmodell. Zwei wöchentlich erscheinende Coupon-Magazine mit Auflagen von jeweils etwa 60 Millionen Exemplaren überfluten den US-Markt jährlich mit rund 240 Milliarden Rabattgutscheinen. Etwa vier Milliarden dieser Coupons gehen tatsächlich in Zahlung. Erfolg hat auch der Ratgeber "Couponing für Anfänger", den eine Hausfrau aus dem US-Bundesstaat Indiana verfasst hat.
In Deutschland stehe Couponing hingegen noch am Anfang, sagte P&G-Sprecherin Popall. Mit konkreten Erfolgsprognosen hält sich das Unternehmen deshalb zurück: "Wie der deutsche Verbraucher reagiert, bleibt abzuwarten."
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